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Der Raw Fury Vibe | Gleichzeitig wachsen und Glückseligkeit verbreiten?

Zu oft beleuchten auch wir die negativen Seiten der Kunstform Videospiel. Zeit für ein positives Beispiel. Zeit für Raw Fury.

Seit 2015 veröffentlicht der schwedische Publisher Raw Fury Indie Games direkt aus dem alten Kern von Stockholm, in Gamla Stan. Mit dabei unter anderem die Kingdom IP, GoNNER, Bad North oder das gerade veröffentlichte Night Call. Zudem arbeiten sie mit den kreativen Köpfen zusammen, die uns schon bald eines unserer besten Gamescom und E3 2019 Games Mosaic oder das kunstvolle Sable kredenzen.

Die Raw Fury Familie braucht Platz

Und so erreichte uns letzte Woche eine wundervolle Nachricht. Denn wo viele Indie Developer und Publisher um das Überleben kämpfen und manchmal ein letztes Mal die Tür zum Studio abschließen, ist es umso erfreulicher, wenn einer von ihnen frohen Mutes sein gesundes Wachstum verkündet.

In nur vier Jahren sind die einstigen Räumlichkeiten der Furies für die stetig wachsende Belegschaft zu klein geworden. Selbst Ländergrenzen halten sie nicht auf. Raw Furys Headquater zieht um. In ein eigenes Haus. In das „The House of Fury“ im Stadtteil Södermalm. Dem Schmelztiegel der schwedischen Game Industrie. Ein ganzes verfluchtes Haus für inzwischen nahezu 40 Mitarbeiter_innen in fünf Ländern auf zwei Kontinenten. Und das Beste: um allen Partner_innen den passenden Support für Ports und technische Fragen an die Seite stellen zu können, ist ein weiteres Studio in Zagreb, Kroatien entstanden.

Wie haben die Furies das gemacht?

Während andere also erschöpft zusammenbrechen, bastelt Raw Fury an einer erfreulichen Zukunft, die vor allem Spiele als Kunstform fördern will. Fallen die Schwed_innen wie ausgebuffte Business People über ihre auserkorenen Developer her, lassen sie Überstunden schuften, versorgt mit einem Topf Brot und einer Schale Wasser?

Zur allseitigen Verwunderung muss Jonas AntonssonGründer von Raw Fury – diese Vermutung leider verneinen. „Wir dachten eigentlich, wir würden immer das süße, kleine Ding bleiben. Wie ein Welpe. So kuschelig und so. Doch dann stellte sich heraus, dass wir mit unserem „Behandle Menschen wie richtige Menschen“ Ding womöglich auf nem guten Weg waren. Wer hätte das gedacht?“

*Die Bilder des „The House of Fury“ stammen aus dem Blogpost der Raw Fury Homepage

 

Raw Fury wurde zur beispielhaften Erscheinung der positiven Veränderung in der Game Industrie. Sie stehen für positive, gesunde Beziehungen und profitieren von deren Begleiterscheinungen schreibt Jonas in seinem letztwöchig frisch veröffentlichten Blogpost.

The Tenets of Fury

Dabei besitzt das wachsende Unternehmen nur drei kleine Leitlinien, die jedoch eine riesige Auswirkung auf alle Beteiligten zu haben scheinen. Das bereits angesprochene „Behandle Menschen wie richtige Menschen“, „Stelle das Wohlbefinden über den Profit“ und „Videospiele sind Kunst“.

Auch wenn es aus klassischer unternehmerischer Sicht für viele nahezu absurd erscheint die Zufriedenheit aller Mitarbeiter_innen über den Profit zu stellen, es funktioniert so Antonsson schelmisch. „Jaja, ich verstehe schon, der Profit Punkt ist hart zu schlucken. Letztendlich ist Raw Fury ein Unternehmen. Es ist jedoch Teil unserer DNA. Wir arbeiten mit Menschen die wir mögen, fokussieren uns auf das Wohlbefinden der Menschen und glauben, dass Geld einfach als Seiteneffekt auftritt. Wenn Menschen sich wohl und motiviert fühlen machen sie ihre beste Arbeit… weil sie es wollen. Kontrovers? Vielleicht. Funktioniert es? Ja.“

Gutes Umfeld = Gute Arbeit

Raw Fury und ihr Gründer Jonas Antonsson wollen mit positiven Aspekten arbeiten und vorausgehen. Sie stehen für ein vertrauensvolles, respektvolles, kreatives und diverses Umfeld. Genau das braucht es für außergewöhnliche Projekte. Eine wohltuende Sphäre. Und genau die erschaffen am Ende auch außergewöhnliche und einzigartige Erfahrungen. Das ist das was sich gut verkaufen lässt liebe Wirtschaftsbosse. Genau das Ergebnis, auf das ein wirtschaftlich profitables Unternehmen angewiesen ist.

Paradox, diese Wirtschaftswelt. Da denkt der gemeine Wirtschaftsguru, Profit ist das Wichtigste und die Arbeitsstrukturen können so straff und unfair wie nur irgendwie möglich gestaltet werden und dann kommt so ein schwedischer Publisher Namens Raw Fury daher und beweist das genaue Gegenteil. Nachher behandeln sie alle ihre Mitarbeiter_innen wie Menschen. Wo kommen wir denn da hin? Zu einer sozialen Welt? Also bitte.

Bei all den negativen Berichten über schlechte Arbeitsbedingungen und abnormen Drucksituationen in der Games Branche oder toxischen Verhältnissen in der Gaming Community seid ihr genau der eine Sonnenstrahl, den wir manchmal so brauchen, um auch hier positiv gestimmt weiterzuschreiben.
Glückwunsch Raw Fury. Wir wünschen euch in eurem neuen „The House of Fury“ ganz viel Wohlfühlatmosphäre und positive Vibes. Der Raw Fury Vibe wirds schon richten. Denn genau dann sind wir uns sicher, dass wir noch viele weitere kunstvolle Videospiele und dessen interessante Themen als Begleiterscheinung genießen dürfen.

Autorin: Benja Hiller

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