Have A Nice Death | Nur über meine… Leiche?

Ein ganz normaler Arbeitstag für den CEO der Death Inc.? Nein, denn der Tod entscheidet in Have A Nice Death, dass es so nicht weitergeht.

Der Tod ist ein sensibles Thema. Keines, über das ich im Gespräch jemals lachen würde. Keines, mit dem ich mich gerne beschäftige. Und natürlich eines, das mir Angst macht. Vielleicht beschäftigen sich deswegen so viele Indie Games damit. Sich mit dem Tod Nahestehender auseinanderzusetzen, um bei seinem Eintreten nicht ganz so überfordert zu sein, ist eine sinnvolle Strategie. Auf den Tod kann ich mich nicht vorbereiten, aber ich kann mich auf den Umgang mit dem Tod vorbereiten. Jeden Morgen könnte der Wecker klingeln und einen Tag einläuten, der mein Leben auf den Kopf stellt. Aber genug Trübsal geblasen, vielleicht treffe ich den Tod ja auch bei einem gemütlichen Feierabendbier? Der muss ja auch irgendwann arbeiten, sonst wäre die Welt heftig überbevölkert. So gerne ich lebe, so beängstigend finde ich die Vorstellung von ewigem Leben.

Ding, ding, Zeit todbringend zu sein!

Bei wem klingelt morgens nicht der Wecker? (Anm. Chefredakteurin: Bei mir!) Sogar der Tod höchstpersönlich muss morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Er muss seinen Kaffee schlürfen, seine Zähne putzen und mangels Haarpracht seinen blanken Schädel polieren. Und dann verlässt er das Haus und nimmt seine Rolle als Chef eines tödlichen Business ein, das um ihn herum vibriert. Zu blöd, dass die Menschen wie die Fliegen sterben. Jetzt müssen alle Arbeiter_innen Überstunden machen! Allerdings scheinen seine Untergebenen das Memo nicht bekommen zu haben und chillen auf der Erdoberfläche vor sich hin. Und es passiert, was immer dann passiert: Genug ist genug! Da platzt dem schädelköpfigen Chef so richtig gründlich der Kragen. Er macht sich auf den Weg, die Sache selbst in die knochige Hand zu nehmen und seinen Lakaien zu zeigen, wo der Hammer – äh, die Sense hängt.

Zugegeben, als Rogue-Lite ist Have A Nice Death nicht so wirklich mein Genre. Die rasante, knackige Action dürfte wohl eher Maltes Geschmack treffen. Aber der reduzierte 2D-Stil, gewandet in schwarz und weiß, gefällt mir außerordentlich gut. Die sympathischen Charaktere, angefangen mit dem cholerischen Tod selbst, haben die gewisse Prise Witz und Kreativität, die ein ironisches Spiel über das Sterben braucht. Wir kennen Vertreter wie Death’s Door, Death&Taxes oder auch Felix the Reaper, die sich mit der anderen Seite der Medaille beschäftigen, welche wir Lebenden zu Lebzeiten nicht zu Gesicht bekommen. Logisch. Aber dass auch die Vertreter des Ablebens mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen haben, ist dank der genannten Spiele schon fast selbstverständlich. Warum also nicht einmal den Angestellten die Meinung geigen, damit der Laden wieder läuft?

Have A Nice Death, Sir!

Nicht alle Todbringer_innen sind dabei faule Säcke. Der kleine Kürbiskopf Pump Quinn beispielsweise ist gerne bereit für einen Plausch, wenn das Zerhacken mal kurz pausiert und mein schwarzgewandeter Rächer Luft holt. Aber genug palavert, es gilt hier, eine Waffe zu nutzen! Und für die Sense lassen sich einige Upgrades anbringen, damit das Hack’n’Slash so richtig schön flüssig vonstattengeht. Natürlich kann der Tod himself nicht sterben, darum gibt es nach der Niederlage ein freundliches „Rest in Paperwork“ und die Mission beginnt von neuem. All das, nur um am Ende zu den Kund_innen sagen zu können: Have A Nice Death! Hach, to be death in a deadly world! Das flotte Action-Roguelite von Magic Design Studios und Perfect World Entertainment ist für März 2022 auf Steam angekündigt.

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