Onde | Auf einer Wellenlänge

Ein audiovisueller, meditativer Trip. Onde surft gemeinsam mit Mixtvision auf einer Welle der Ästhetik.

Manchmal passt es einfach sofort. Du bekommst Tee angeboten, setzt dich in einem kleinen Kabuff vor einen kontrastreich leuchtenden Bildschirm und tauchst ein in die Welt aus kunstvollen Klanginstallationen und hochästhetischen, abstrakten Formen aus Licht. Schon 2018 haben die Developer Lance und 3-50 im urgemütlichen Indie Garden des Business Breich der gamescom für einen großen Entspannungsmoment inmitten von Getümmel und permanent murmeliger Geräuschkulisse gesorgt. Seitdem ist es ruhig geworden um das Projekt, das einst aus drei Buchstaben eine ähnlich clevere Ästhetik abbildete, wie das Spiel selbst.

Aus oQo wird Onde

Das Reiten auf der Welle im Takt des erzeugten Klangs. oQo, in dieser Buchstabenkombination konntest du das Abstrakte fast greifen. Irgendwann 2019 solle es so weit sein, sagten die drei Entwickler Maxime Vican, Florent Réfrégé und Grégoire „Grhyll“ Jandot dit Danjou. Doch 2019 verging genauso wie 2020. So langsam machte ich mir sorgen um das von mir unmittelbar ins Herz geschlossene Projekt. Zu sehr hat es mir Entspannung in einem Spiel gegeben, die ich so bisher kaum erleben durfte. Zu oft sah ich wundervolle Ideen einfach untergehen, weil finanzielle Kraft und Unterstützung fehlten. Umso unkontrollierter bewegten sich meine Mundwinkel, als ich bei der Gartenarbeit zur Sommerpause kurz etwas von einem Sound-Surfing Platformer in meinem Email-Postfach las. Klang erzeugt Wellen auf denen du durch fantastische Welten reitest? Sofort stellte sich dieses Gefühl ein, das ich damals beim Spielen der Demo spürte. Nur der Name wollte nicht so ganz dazugehören.

Onde, französisch für Welle. Klingt einleuchtend! Offenbar war ich nicht die einzige, die unbedingt wollte, dass dieses Spiel auf meiner täglichen Medikationsliste für mein Wohlgefühl landet. Lance und 3-50 haben sich mit den Expert_innen für Ästhestik, Mixtvision aus München, zusammengeschlossen. Für Onde hätte es kaum ein passenderes Zuhause geben können. „Wir glauben an Spiele als eine Kunstform, die viele Menschen erreichen und beeinflussen kann. Wir freuen uns, ein Juwel wie Onde auf den Markt zu bringen, um zu zeigen, dass es keine actiongeladenen Titel braucht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen: Die Kombination aus einem einfachen, cleveren und variablen Gameplay-Konzept mit wunderschöner visueller Gestaltung und immersivem Sounddesign kann genau das erreichen“, so Director of Games Publishing Benjamin Feld.

Entwicklung braucht vor allem eines, Zeit!

Seit der inoffiziellen gamescom Demo 2018 ist viel passiert. Onde hat sich stark verändert und entwickelt. Sein einstiger Ursprung wurde jedoch konserviert und verfeinert. Das zeigt auch die gerade erstmals offiziell spielbare Demo der aktuellen gamescom 2021. Aus losen Ideen, die beeindrucken, scheint ein plausibles Konzept geworden zu sein. Ein Spiel, das aus Klängen und Formen einen immersiven Platformer gestaltet, der dich in einem meditativen Trip auf Wellen durch eine faszinierende Welt trägt. Und da sind dann am Ende die vielen Jahre, in denen ich absolut nichts von diesem Projekt gehört habe umso wertvoller. Gerade im Wissen, das diese Zeit dafür genutzt wurde, um Potenzial einfangen und fein ausarbeiten zu können. Mit dem Wissen, dass Onde nun in den Händen von Menschen liegt, die kunstvolle interaktive Erlebnisse zu schätzen wissen.

Und nun scheint dies klangintensive Lichtspektakel gar nicht mal mehr so weit weg zu sein. Lance, 3-50 und Mixtvision planen die Veröffentlichung von Onde noch im vierten Quartal 2021 für den PC via Steam. Im Laufe des Jahres 2022 sollen dann Switch und iOS Versionen folgen. Du kannst dich also ab jetzt wieder auf eine entspannte Reise durch abstrakte Welten freuen, in der Highscores und Game Overs nicht existieren. Eine Reise, die sich mit Fortschritt und adaptiver Musik ganz nach dir richtet. Und die ganz nebenbei schon 2018 unseren gamescom Award für die beste abstrakte Erfahrung erhalten hat (damals, als ich alles wichtige noch in einem Satz sagen konnte). Onde und ich, wir surfen ganz offensichtlich auf einer Wellenlänge.

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