The Ramp | Gaming is a Halfpipe

Mit The Ramp landet ein Skateboardspiel in Reinform noch diesen Sommer auf Steam. Packt die Knieschoner ein und stürzt euch auf die Bretter!

Wie schön das doch ist, dass Indie Games es wieder ermöglichen, eine Vielzahl unterschiedlicher Skateboardspiele zu bekommen. Skate Bird, OlliOlli, Skate City, Skater XL: Immer wieder tauchen kleine Perlen auf oder werden zumindest angekündigt, die allesamt ihren ganz eigenen Twist zum Genre haben. So auch The Ramp. Der Berliner Paul Schnepf aka Hyperparadise hat hier ein Spiel gebastelt, das komplett ohne Collectibles oder freischaltbare Elemente auskommt. Es geht hier nur um das Skateboard, die Person darauf und den Skatepark an sich. Mal schickt er uns in eine große Halfpipe, ein anderes Mal warten leere Pools oder große Sprünge auf uns. Die vier Level sollen dazu dienen, sich komplett auf das Skateboarding an sich zu fokussieren. So kann in Kombination mit dem chilligen Soundtrack ein Flow entstehen, der einen hoffentlich nicht mehr loslässt.

Kein Schnickschnack, nur The Ramp

Ich kann mir gut vorstellen nach einem stressigen Tag kurz das digitale Brett zu schultern und den virtuellen Skatepark aufzusuchen, um einfach abzuschalten. Kein Stress darum, versteckte Videotapes oder eine perfekte Route zu finden. Es geht nur darum, die Technik zu meistern und besser zu werden. Vielleicht lande ich heute diesen einen Trick, der sonst nie klappen will. Vielleicht funktioniert es aber auch nicht und ich drehe einfach meine Runden und schaue, was auf dem Brett sonst so hinhaut. The Ramps Spielaufbau ist damit so nah an einem herkömmlichen Besuch im Skatepark wie kein anderes Spiel. Paul Schnepf selbst sagt, dass er sich ein solches Spiel immer gewünscht hat. Ein Skatespiel ohne viel Brimborium, hunderte Charaktere und freischaltbare Levels gab es nicht wirklich. Also hat er es einfach selbst programmiert, um sein Bedürfnis zu erfüllen.

Übung konnte er bereits als Mitbegründer der Grizzly Games sammeln, wo er im kleinen Team Titel wie Islanders und Superflight entwickelt und veröffentlicht hat. Was alle Titel gemeinsam haben, ist der strikte Minimalismus. Sowohl in Optik und Gameplay zieht sich dieses Muster durch Paul Schnepfs Arbeit. So bot Islanders die Möglichkeit, kleine Dörfchen auf Inseln aufzubauen und Punkte für gute Platzierungen zu erhalten, ohne sich mit allzu vielen Tabellen und Finanzproblemen herumzuschlagen, während Superflight eine reine Highscorejagd mit Wingsuit durch prozedural generierte Canyons war. Auf diese punktbasierten Spielmechaniken wurde nun also ebenfalls verzichtet, was The Ramp fast schon asketisch werden lässt.

Ein Sommer zum Skaten

Bis zum Release dauert es nicht mehr lange. Bereits am 3. August 2021 wird The Ramp für 4,99€ auf Steam erscheinen. Damit ist es also schon diesen Sommer möglich, die verregneten Abende zu Hause auf dem Skateboard zu verbringen, wenn die tatsächlichen Halfpipes zu strömenden Sturzbächen werden und leere Poolbecken kurzerhand aufgefüllt sind. Keine Highscorejagd, keine Erfahrungspunkte sind notwendig. Einfach das eigene Geschick wird darüber entscheiden, wie elegant die Spielfigur in The Ramp durch die Level gleitet. Was ein perfekter Run wird, liegt allein im Bedürfnis und im Anspruch der Spielenden. Purismus ist das Schlagwort der Stunde, wenn sich wirklich alles um dieses eine Element dreht. Bleibt nur zu hoffen, dass es so klickt wie beschrieben und alles andere neben dem einfachen und reinen Skateerlebnis in den Hintergrund rückt.

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