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Kosmokrats | Mit Wodka, Charme und Uschanka

Der Welt geht es schlecht. Drum puzzeln sich die Genoss_innen in Kosmokrats hin zu einem neuen Mutterplaneten.

Hatte eigentlich jede_r mal die Phase unbedingt Atronaut_in werden zu wollen? Ich jedenfalls hatte sie. Warum ich letztendlich nicht dazu gekommen bin, ist ganz einfach. Ich hatte als Kind schlicht Angst nicht schnell genug aus dem Anzug kommen zu können, wenn ich pinkeln müsste. Also hab ich mich nach anderen Tätigkeiten umgesehen, die dieses Problem nicht auf der Agenda hatten. Meine Faszination zum Weltall und die Liebe zu Raketen, Raumschiffen und Medien, die all das in sich vereinen, sind dennoch nie abgerissen.

Noch immer stürze ich mich auf jegliche Erzählungen, die sich auf den Weg in die unendlichen Weiten machen und bleibe in Museen minutenlang gebannt vor der verspiegelten helmartigen Glocke des Astronaut_innenanzugs stehen. Oder bestaune ein Raumschiff, das eher nach Playmobil als nach Hightech aussieht. Nun darf ich als mutige Kosmonautin in den 1980ern meine Genoss_innen auf dem Weg zu einem neuen Mutterplaneten unterstützen… oder wahlweise mit meiner Ungeschicktheit behindern? Wir werden sehen.

Kosmokrats ist wie Tetris in der Schwerelosigkeit

Die Erde ist nicht gerade in einem guten Zustand. Es wird Zeit einen neuen bewohnbaren Planeten zu finden. Die Aussage ist jetzt nicht überraschend, zumindest hätten wir aber gedacht, dass doch noch einige Jahre Zeit verbleiben, um das Ruder rumzureißen. Nun, offensichtlich nicht! Zur Zeit des Kalten Krieges hättest du dir durchaus auch schon mal eine Rakete in den Hinterhof stellen können, um fluchtartig die Erde zu verlassen, falls das Aufrüstungsgame dann doch in der nuklearen Vollkatastrophe geendet wäre. Kosmokrats setzt genau dort an und schickt seine Genoss_innen gleich ins All, um passende Mutterplaneten zu finden.

Zwischen Space-Kommunismus, Wodka trinken und Я-Box spielen, ist es deine Aufgabe als neue_r Rekrut_in der Kosmonaut_innen-Truppe mittels einer Drohne die Raumstation aus großen vorgefertigten Teilen zusammenzufügen. Die so wichtige Mission für dein Mutterland soll ja schließlich gelingen. Dabei haben deine Fertigkeiten im Bau große Auswirkungen auf die Geschichte. Tötest du im Umgang mit deiner Drohne mutige Kosmonaut_innen, brauchst zu lange zum Zusammenfügen oder lässt Teile abstürzen, wird sich das im Laufe der Mission in irgendeiner Form bemerkbar machen. Jeder Spieldurchlauf soll so seine eigene, immer andere Geschichte erzählen.

Genoss_innen im Weltall

Kosmokrats verbindet bekanntes Gameplay aus Tetris mit sensibler Feinmotorik und einer reichhaltigen, humoristischen Geschichte. Pixel Delusion aus Olsztyn, Polen kreieren ein charmantes Artdesign, das irgendwie die Proportionen der menschlichen Muppets mit den Mundpartien der kanadischen Erdenbewohner_innen aus South Park zusammenbringt. Grau/braune Töne mit markant leuchtendem Roten Stern verbreiten urige Soviet-Nostalgie. Klobige Armaturen und brachiale Maschinerien erzeugen diese eigenartige Weltraumvergangenheit, bei der du dich fragst, wie sie es damals überhaupt ins All geschafft haben. Das in der letzten Woche veröffentlichte Propaganda-Video zeigt nicht nur das völlig skurrile Ausmaß dieser Mission, sondern ebenfalls den frisch rekrutierten Bill Nighy, den du vielleicht aus Per Anhalter durch die Galaxis, Shaun of the Dead, Hot Fuzz oder auch Fluch der Karibik kennst.

Dieser so verschroben klingende, aber leichtfüßige Zusammenschluss veranlasste mich dazu, nach dem Genuss der gamescom Demo Brandreden auf den so innovativen Kern von Kosmokrats auf meine Redaktionskolleg_innen loszulassen. Und so sammelte der Space-Puzzler unseren „Most Innovative Game“-Award zur gamescom 2020 ein. Unglaublich spaßig wirkte das Schwerelosigkeitspuzzeln und das Teileherumgeschubse, dessen Auswirkungen nicht nur entzückend inszeniert wurden, sondern sich eben zusätzlich in der Story verweben. Das bizarr nostalgische Space-Abenteuer Kosmokrats von Pixel Delusion und Publisher Modern Wolf beginnt am 5. November 2020 auf Steam. Genoss_innen, auf zu neuen Weiten. Auf zu neuen Mutterplaneten!    

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