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Die besten Indie Games der gamescom 2020

Die Welcome To Last Week Redaktion hat sich entschieden. Das sind die besten Indie Games der gamescom 2020.

Die erste rein digitale gamescom ist Geschichte. Doch sie war nicht nur aus diesem Grund besonders. Zum ersten Mal konnte Welcome To Last Week gleich mehrere Redakteur_innen gleichzeitig auf alle angebotenen Demos, Shows und Trailer loslassen. Ganz chillig zu hause auf dem Bürostuhl in Pluderhose mit den Lieblingssnacks im Anschlag. Wie luxuriös! Doch bei all den Vorteilen, die mit der Beschäftigung der gezeigten Indie Games in den eigenen vier Wänden einhergehen, vermissen wir die Termine, die spontanen Gespräche, die Gesichter zu den Spielen, den Austausch mit den kreativen Köpfen und ja… irgendwie auch den Lärm. Deshalb hoffen wir, dass im nächsten Jahr vielleicht beides gleichzeitig möglich wird.

Doch nun zum eigentlichen Thema des Artikels. Unzählige Demos wurden von vier Menschen der WTLW-Redaktion am gamescom Wochenende gesichtet, gespielt und erlebt. Aus diesem Spielesalat hat jede_r Redakteur_in einen Favoriten pro Kategorie nominiert. Nominiert wurden nur Indie Games, die zum einen gamescom Premiere feierten und zum anderen noch nicht erschienen sind. Nur in einer Kategorie wurden wir tatsächlich alle dermaßen positiv geblendet, dass sich am Ende ein bereits veröffentlichtes Spiel eingeschlichen hat. So viel also zu den eigens kreierten Auflagen. In dieser Woche wurden dann in hitzigen Diskussionen bei Zähneknirschen, Einsicht und Euphoriewellen die jeweiligen Gewinner_innen gekürt. Hier sind in 13 Kategorien die Welcome To Last Week gamescom Awards für die besten Indie Games der gamescom 2020:



Bester Wiederholungstäter

„Omno“

Jonas Manke / Future Friends Games, studioInkyFox (2021 | Steam)

Bestes Gameplay, schönster Artstyle, bestes Indie Game – am liebsten hätte ich Omno für fast all unsere Kategorien nominiert. Dass das Puzzle-Abenteuer schon im letzten Jahr auf der gamescom vorgestellt wurde, wusste ich als Gaming-Neuling nicht. Umso mehr freut es mich, dass wir die Kategorie „Bester Wiederholungstäter“ ins Leben gerufen haben und ich Omno so doch noch gebührend abfeiern darf. Hier wandert ihr sowohl durch karge Wüstenlandschaften als auch über saftig grüne Wiesen. Ihr begegnet fantastischen Kreaturen und werdet immer wieder herausgefordert, einen Weg in eine neue Welt zu finden. Obwohl das Spiel seine Mechaniken nicht explizit erklärt, wird durch Ausprobieren schnell klar, was zu tun ist. Ohne Frust – nur begeistert von der wunderschönen Grafik und angetrieben von der Neugier, was wohl hinter dem Horizont auf euch wartet. (Nina Weidlich)



Best New Announcement

„Cendres“

Nameless XII / Dear Villagers (2021 | Steam)

“Wie Tim und Struppi, nur völlig entsättigt.” So ungefähr mein Kopf, als ich die ersten bewegten Bilder zum neuen Baby des Dontnod Mitgründers Hervé Bonins sah. Mit seinem neuen Studio Nameless XIII und dem Publisher Dear Villagers bastelt er an der Survival-Simulation Cendres, die mit ihrer postapokalyptischen, düsteren Auslegung recht pessimistisch mit unserer Zukunft ins Gericht geht. In 200 Jahren ist unsere Welt nur noch ein unbrauchbares Ödland, in dem die Menschen durch die Lande ziehen und versuchen, irgendwie zu überleben. Das zieht nicht nur einen faszinierenden Artstyle mit sich, der alles schwarz/grau schattiert und nur noch das Blut markant rot hervorhebt, sondern auch durch die Abgründe der menschlichen Psyche. Moralische Entscheidungen und der Umgang mit der Gruppe zeichnen einen Überlebenskampf innerhalb einer dynamischen Erzählung, die in einem der 34 Enden gipfeln soll. Und wenn wir dann wieder auf die Dontnod Herkunft Bonins schauen, könnte uns das vor echte Entscheidungskämpfe stellen und zitternde Hände verursachen. (Benja Hiller)



Most Insane Game Concept

„ORX“

John Bell (TBA | Steam)

Es ist kein leichtes Unterfangen, ein bereits funktionierendes Spielkonzept zu nehmen und neue Mechaniken hinzuzufügen, ohne es zu überladen. Das Studio johnbell schafft das, indem es sich mit Carcasonne eines der erfolgreichsten Gesellschaftsspiele nimmt und daraus ein Tower Defense Spiel namens ORX bastelt. So verrückt es auch klingen mag, so überraschend gut funktioniert dieses Konzept. Straßenzüge, Städte und Burgen vor dem Hintergrund zu bauen, unzählige Monsterhorden abzuwehren, macht mindestens so viel Spaß wie eine Spielrunde mit dem klassischen Vorbild und das hätte ich mir vorher nie im Leben vorstellen können. Einfach völliger Wahnsinn! (Malte Küppers)



Best Abstract

„Ynglet“

Nifflas / Triple Topping (2020 | Steam)

Ynglet ist wie dieses eine verquere Kunstwerk innerhalb einer Ausstellung der modernen Kunst. Ein paar Striche, hier mal ein Farbklecks und ziemlich seltsame Formen. Mit dem Zeigefinger an verzogener Miene stehst du Minuten lang fasziniert davor und denkst doch nur „verstehe ich nicht“. Wenn dann einmal der Groschen gefallen ist, ergibt plötzlich alles Sinn. Erklären kannst du es aber dennoch nicht. Ynglet wirkt so wenig greifbar, dass du es einfach ausprobierst. Du erlebst einen innovativen Platformer, der jedoch so anders ist, als alles was du kennst. Bewegungen, Formen, Farben, Interaktion und Musik verschmelzen zu einem unzertrennlichen Klotz aus Eindrücken. Hier ist alles im Fluss und zieht dich in einen meditativen Sog. Du musst dich nur ziehen lassen. Ynglet ist nicht mehr nur ein Spiel, sondern ein Gefühl. Dieses Gefühl musst du erleben, es lässt sich nicht beschreiben. (Benja Hiller)



Most Innovative Game

„Kosmokrats“

Pixel Delusion / Modern Wolf (2020 | Steam)

Es ist eigentlich ganz einfach. Kosmokrats ist wie Tetris im All. Sagt auch mein Genosse. Einfach ganz vorsichtig, aber möglichst zügig, alle Teile der Raumstation zusammenpuzzeln und schon ist deine Mission gelungen. Du musst nur aufpassen, dass nicht zu viele Kosmonauten draufgehen, Anbauten zu Bruch gehen oder die Station auf den Planeten crasht, bevor sie fertig ist. Kein Problem oder? Tetris halt! Ja, so im Prinzip. Denn in Kosmokrats puzzelst du mittels einer Drohne die einzelnen Flügel der Station zusammen. Mitten in der Schwerelosigkeit stubst du die benötigten Teile vorsichtig an, um sie unbeschadet zusammenzufügen. Developer Pixel Delusion hebt klassischen Puzzlespaß auf eine neue Ebene der Feinfühligkeit und webt ganz nebenbei ein sich stetig individuell entwickelndes Narrativ um die Kolonialisierung des Weltraums mit ein. Innovativ und charmant, so geht moderner Puzzlespaß. (Benja Hiller)



Best Gameplay

„Per Aspera“

Tlön Industries / Raw Fury (2020 | Steam)

Per aspera ad astra: Über Mühseligkeiten gelangt man zu den Sternen. Per Aspera schafft es jedoch, das Terraforming des Mars einfach aussehen zu lassen. Mit ein paar Klicks ziehen wir in diesem Aufbaustrategiespiel von Tlön Industries Aluminiumminen und Marsroverfabriken hoch. Eine riesige Photovoltaikanlage versorgt die Hightechkonstruktionen mit dem nötigen Saft. Schnell noch ein Weltraumhafen und eine Kolonieblase in den roten Sand gezaubert und schon geht das Abenteuer los für die ersten Siedler. Aber Vorsicht, nicht alles läuft so glatt wie es scheint. Wir waren nicht die ersten, die auf die Idee kamen, den erdnahen Planeten zu besiedeln und die vorherige Expedition ist spurlos verschwunden. Beim Erkunden und Ausbauen vergeht die Zeit wie im Flug und nach dem Durchspielen der gamescom Demo von Per Aspera fühlten wir uns wie aus dem Kryoschlaf aufgewacht. Ist es schon wieder vorbei? Wir wollen mehr von dem Kolonisationssimulator sehen! (Tobias Idinger)



Best Artstyle

„Death and Taxes“

Placeholder Gameworks (20. Februar 2020 | Steam)

In Death and Taxes spielt ihr den Sensenmann. Ihr sitzt in eurem Büro und müsst anhand der Vorgaben der Chefetage entscheiden, welche Menschen, deren Profile vor euch landen, das zeitliche segnen und welche überleben. Dabei zeigt sich das Spiel in einem wunderbar rauen Comiclook. Diese Prämisse wird vor allem in den Cutscenes zwischen euren Arbeitstagen auf die Spitze getrieben, wenn die Charaktere sich von Panel zu Panel bewegen und die Optik einer Comicseite zum kreativen Erzählen der Geschichte genutzt wird. Dieser Look hat uns so begeistert, dass wir den Award für Best Artstyle nur an Death and Taxes der Placeholder Gameworks geben konnten! (Malte Küppers)



Best Music

„When the Past was Around“

Mojiken Studios / Toge Productions (2020 | Steam)

Captain Obvious strikes again. Ein Spiel über zwei Musiker_innen mit der besten Musik? Ihr macht es euch aber einfach! Es ist jedoch nicht das Grundkonzept, das When the Past was Around dazu befähigt, die beste Musik zu besitzen. Musik kreiert einen großen Teil der Atmosphäre im Spiel. Ohne oder mit zu beliebiger Untermalung bleiben Spielerfahrungen oft blass. In Mojiken Studios Point-and-Click ist die Musik jedoch der große Antreiber. Die Demo weiß zu jeder Zeit um die Bedeutung des Einsatzes der lieblichen, klassischen Geigeninstrumentierng und erzeugt Melodien und Stimmungen, die im Kopf verweilen. Sie unterstützt emotionale Momente, leichtfüßige Situationen, Neugier und Dramatik präzise und gekonnt, weiß aber auch genau, in welchen Augenblicken sie der Stille den Vortritt lässt. Das Arrangement besitzt schon jetzt eine Eindringlichkeit, in der die Story und das reduzierte Puzzeln leichtes Spiel haben werden, ein einzigartiges Narrative zu produzieren. (Benja Hiller)



Best Story

„Gamedec“

Anshar Studios (2020 | Steam, Switch)

Das von den Anshar Studios entwickelte Gamedec ist ein riesiges Rollenspiel, das bereits in der Demo andeuten konnte, wie komplex die Geschichte sich erzählt. Je nachdem, wie ihr euren Charakter gestaltet, könnt ihr unterschiedliche Anmerkungen zu eurer Umgebung machen und je nachdem, wie ihr Dialoge führt, kommt ihr zu anderen Erkenntnissen und Entschlüssen in einer spannenden Kriminalgeschichte. Als Gamedec müsst ihr in einem Cyberpunkuniversum Fälle in virtuellen Welten lösen und bekommt erzählerisch so viel geboten und so viele unterschiedliche Wege, die allesamt logisch und aufregend geschrieben wurden. Definitiv die beste Story der gamescom 2020! (Malte Küppers)



Best Atmosphere

„Chicken Police“

The Wild Gentleman / HandyGames (TBA | Steam, PS4, Xbox One, Switch)

Wenn ihr euch fragt, wie ein Spiel, das die Geschichte zweier Hähne erzählt, die einen Kriminalfall lösen sollen, den “Best Atmosphere”-Award gewinnen kann, verstehe ich die Zweifel. Chicken Police trifft die Noir-Ästhetik allerdings so perfekt, dass wir nicht anders konnten. Düstere Schwarz-Weiß-Optik, rauchige Synchronstimmen, jazzige Musik im Hintergrund ergänzt durch atmosphärisches Sounddesign. Alles greift nahtlos ineinander über. Selbst das völlig skurrile Setting tat dem keinen Abbruch, so dass wir in dieser Welt versunken sind. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Glückwünsche an das Studio The Wild Gentlemen auszurichten. (Malte Küppers)



Best Game with Impact

„Neurodeck“

Tavrox Games, Goblinz Studio (2020 | Steam)

Deck-Builder rufen in mir unweigerlich ein Bild von blassen, viel zu lange in abgedunkelten Räumen lungernden, vielleicht ein bisschen streng riechenden Jugendlichen hervor. Völlig zu Unrecht – wie auch unser Game with Impact-Gewinner Neurodeck beweist: Hier tretet ihr gegen eure Ängste und Phobien an. Waschzwang, Platzangst, oder Tokophobie – die Angst vor der Schwangerschaft – sie alle werden hier mithilfe von Kartendecks bekämpft. Auf eurer Hand befinden sich Karten wie „Random Thoughts“ oder einer Pizza-Karte namens „Comfort Food“. Welche Karten ihr während des Spiels dazubekommt, hängt ganz von euch ab. Mittels kurzer Persönlichkeitstests zwischen den Duellen ermittelt Neurodeck, was für ein Typ ihr seid. Daraufhin werden euch bestimmte Fähigkeiten zur Auswahl gestellt, mit der ihr euren Spielcharakter ausstatten könnt. Das alles wird abgerundet durch einen sehr hübschen Artstyle, der mich auf das Spiel aufmerksam gemacht hat. Ich kam für die Optik und bin geblieben, um meine Ängste zu besiegen. (Nina Weidlich)



Best Publisher

„Headup Games“

Headup Games haben nicht nur während der gamescom 2020 sondern auch in der Woche davor und danach ihre Liebe und Verbundenheit zum Kölner Event auf einem prächtig verzierten Silbertablett vor sich hergetragen. Tinyshot zu Anfang der Woche, Lost at Sea für PS5 und Xbox Series X verkündigt, dazu die Opening Night Live mit nem fantastisch humorvollen Live Action Trailer zu Bridge Constructer: The Walking Dead aufgepeppt, White Shadows und Arial_Knight’s Never Yield in den Awesome Indies platziert und ganz nebenbei auch noch die erste hauseigene Produktion Tinkertown angekündigt. Mit den unzähligen spielbaren Demos auf der Indie Arena Booth und der riesigen Bandbreite an Genres und Auslegungen im Repertoire wandert der Best Publisher Award absolut verdient unmittelbar in die Kölner Nachbarschaft zu Headup Games nach Düren. (Benja Hiller)



Best Indie Game

„Endling“

Herobeat Studios / HandyGames (2021 | Steam, PS4, Xbox One, Switch)

Der letzte Fuchs kämpft in einer ihm feindlich gesinnten kargen Welt ums Überleben seiner Familie. Endling ist im Kern ein klassisches Survival Adventure-Game, ein ziemlich gutes sogar. Jedoch verschiebt es die Perspektive vom Menschen auf das Tier. Aus dieser Verschiebung der Sichtweise ist es in der Lage, unseren leichtfertigen Umgang mit unserer Umwelt und der Natur nicht nur zu thematisieren, sondern nur durch seine gewaltige Bildsprache auch zu kommentieren. Es begleitet Spielende empathisch auf dem Pfad der Selbstreflexion. Und das in einem Umfeld, von innovativen spieltechnischen Einfällen, wunderschöner Gestaltung und ganz dichter Atmosphäre.

Endling verlangt mehr von dir als den Genuss von purem Entertainment. Es wird in dir vielfältige Emotionen auslösen, die dir nicht immer gefallen werden. Aber genau das ist es, was Endling so dermaßen außergewöhnlich und authentisch macht. Unser bestes Indie Game der gamescom 2020 vereint nicht nur viele der vorangegangen Kategorien in einem Erlebnis, es bewegt sich auf einer tiefergehenden gesellschaftskritschen Ebene, die nie einfach nur mahnend den Finger erhebt, sondern vielmehr mit dir zusammen an den kommenden Aufgaben wächst. Mit Babyflaum und Fuchsgequieke. (Benja Hiller)



Natürlich gibt es in unserer Redaktion ebenfalls verschiedene Vorlieben, wenn es um Genres, Artstyles oder Gameplay geht. Deshalb hat hier jedes Redaktionsmitglied noch einmal die Möglichkeit, unabhängig von unserem Auswahlprozess und den damit einhergehenden Regeln seinen absoluten persönlichen Liebling der gamescom 2020 aus dem Demoschwall hervorzuheben. Bühne frei also, für die ganz persönlichen Favoriten:

Persönliche Favoriten gamescom 2020

Tobias Idinger: Per Aspera

Per Aspera ist eine Kolonisationssimulation auf dem Mars, die mich mit ihren verästelten Synergien und Ressourcenlieferketten in einen unheimlichen Flow bringt. Der rote Planet wurde auf Basis von NASA-Daten 1:1 nachgebaut. Das ist Mikromanagement wie bei den Siedlern zu ihren besten Zeiten, nur halt mit rumwuselnden Marsrovern. Dazu kommen Story-Events, welche in der gamescom Demo noch nicht integriert waren, auf die ich aber am meisten gespannt bin. Stück für Stück wird der Mars als neue Heimat für die Menschheit erschlossen, während das Mysterium um eine verschollene Marsmission aufgedeckt wird. In diesem Amalgam aus Hard Sci-Fi, Aufbaustrategie und narrativem Missionsdesign werden die Möglichkeiten und Herausforderungen einer Marsbesiedelung spielerisch dargestellt. Für mich ist die Marsexpedition jetzt schon süchtig machend!

Benja Hiller: Ynglet

Wer meinen kurzen Kennenlerntext innerhalb unserer Vorstellungskategorie “Die Redaktion” gelesen hat, hätte vermutlich kaum Geld auf meinen persönlichen Favoriten setzen können. Nifflas Projekt war einfach zu offensichtlich Benja tauglich. Wenig Farbe, skurrile Formen und ein Konzept, bei dem viele erst einmal nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Dabei ist es doch so einfach. Ynglet ist ein Platformer ohne Plattformen. Um seine im Universum verteilten Freunde wiederzufinden, springt und gleitet das delphinartige Wesen von Blase zu Blase. Reduzierte Ästhetik trifft auf Präzision, Farben, Formen und exakt für deinen Playtrough komponierte Musik. Wer braucht noch hochskallierte Grafikmonster, wenn ein paar Striche im meditativen Fluss zur Entspannung ausreichen?

Nina Weidlich: A Space for the Unbound

Wer wünscht sich nicht manchmal, die Gedanken anderer lesen zu können? Die Teenager Atma und Raya können das: Mit ihrem magischen roten Buch können sie in das Herz anderer schauen. Dort sehen sie ihre Wünsche, Gedanken und Gefühle und können sie beeinflussen. Obwohl ich eigentlich überhaupt nicht kitschig veranlagt bin, fand ich diese Idee so schön, dass ich A Space for the Unbound zu meinem persönlichen Indie-Favoriten der gamescom 2020 gekürt habe. Der niedliche Pixel-Stil und das Setting, das vom ländlichen Indonesien inspiriert wurde, haben ihr Übriges getan. Plus: Ihr werdet von einer Katze begleitet. Doppelplus: Ihr könnt jede Katze streicheln, die euch auf eurem Weg begegnet. Wenn die Story dann noch halten kann, was sie in der Demo verspricht, könnt ihr bald in dem roten Buch sehen, wie mein Herz einen kleinen Hüpfer macht.

Malte Küppers: The Bonfire 2: Uncharted Shores

Eine kleine Gemeinschaft bestehend aus drei Menschen landet an einem verlassenen Strand und muss sich dort niederlassen. Nach und nach werden Rohstoffe gesammelt und die ersten Häuser gebaut. Je größer und besser das Dorf wird, desto mehr Fremde kommen herbei und ziehen in die Gemeinschaft, die nachts immer von wilden Tieren attackiert wird und nur von den Wachen am Feuer beschützt werden kann. The Bonfire 2 spielt sich dabei so entspannend und zugänglich, dass ich nicht mitbekommen habe, wie schnell die Zeit verflog. Ein weiterer Tag im Spiel ging immer noch. Das habe ich beim Genre der Echtzeitstrategie ewig nicht mehr erlebt, weswegen es mein persönlicher Favorit der gamescom 2020 ist!

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