DE-EXIT | Wo bin ich?

Gibt es ein Leben nach dem Tod und wenn ja, wie sieht es aus? Sandbloom Studio und HandyGames gehen dieser Frage in DE-EXIT nach.

Was passiert eigentlich nach dem Tod? Erscheint einfach ein schwarzes Bild, wie nach dem völlig übermüdeten Ende eines Netflix-Marathons mit deiner Lieblingsserie. Lichter ausgeknipst und das war‘s? Oder gehen nach einer kurzen Dunkelphase die Lichter wieder an, wie nach dem Abspann eines Kinofilms? Ein neuer Abschnitt beginnt und eventuell merkst du nicht einmal einen Unterschied zum vorherigen Leben? Das Afterlife als Next Level? Na Dankeschön! Wenn hier jetzt noch irgendwas von quasi aufgezwungener Lohnarbeit steht, kehre ich aber auf der Stelle um. Oder wirst du gar als Nacktschnecke irgendwo auf der Welt wiedergeboren? In meiner Vorstellung sitze ich einfach mit meiner Oma Mensch ärger‘ dich nicht spielend an einer üppig gedeckten Teetafel mit so kleinen eloquent aussehenden, künstlerisch verzierten Tässchen, während mein alter Podenco-Begleiter Mr. Rocky skeptisch am Kuchen schnuppert. Und immer wenn jemand liebenswertes nach mir verstirbt, kommen sie einfach dazu und stellen ihre jeweiligen Nüppchen auf’s Feld.

DE-EXIT gesucht!

Auch Gabriel Jimenez Cabrera stellte sich diese Frage und fing an seine Vision vom Leben nach dem Tod digital festzuhalten. Doch der Tod eines Freundes ändert die Perspektive auf sein Projekt und seine Sicht auf das Game Development. Vielmehr scheint es der Startpunkt einer Reise, die darauf beruht verstehen zu wollen, wo sein Freund nun verweilt, wie es dort aussieht. Seine Vision braucht Menschen, die ihm bei der Umsetzung helfen und so wächst das Einmenschprojekt auf aktuell zehn wuselige Helfer_innen im Sandbloom Studio in Barcelona, Spanien an. Diese Vision nimmt mit DE-EXIT minimalistische Züge in Voxeloptik ein. Eine surreale Vorstellung des Lebens nach dem Tod. Der skelettige Protagonist hat weder eine Ahnung, wo er sich befindet, noch was er hier tun soll. Doch irgendwie wirkt alles anders als zuvor. Aber warum?

Um eine Erfahrung für viele Menschen kreieren zu können, die zum Austausch über den Tod, das Leben und das Leben danach anregt, wird auf Kampfsituationen vollkommen verzichtet. Puzzle- und Platformer-Sektionen, Erkundung, Interaktion mit der Welt und leichtere Schleich-Elemente sollen ein Erlebnis erschaffen, das auch ohne viel Knopfdruckerfahrung funktioniert. Sandbloom Studios setzen auf eine cineastische Inszenierung, die durch detailreiche Atmosphäre und bewusste Kameraführung zum Leben erweckt wird. Als Inspirationen werden vor allem emotionale Schwergewichte wie Gris und Rime genannt, die sich unter anderem ebenfalls mit Trauer und Abschied beschäftigen und/oder durch einen starken audiovisuellen Ausdruck in Verbindung mit Interaktion glänzen.

Minimalistischer Schein, audiovisuelle Wucht

Um ein geschmeidiges Verschmelzen mit der Welt zu gewährleisten, herrscht die so minimalistisch scheinende Richtung nur auf der Oberfläche. Bewegungen werden durch Motion Capturing auf den Skelettkörper projiziert. Licht und Schattenspiele innerhalb der cineastischen Herangehensweise verstärken die surreale, düstere Atmosphäre der postapokalyptischen Welt, die einst der Himmel gewesen sein soll. Am 22. September 2021 um 19 Uhr wirst du auf Twitch erstmals mehr über Sandblooms Cinematic-Puzzle-Platformer erfahren können. Denn auf dem Indies Paradise Public Showcase wird nicht nur die Zusammenarbeit mit HandyGames bekanntgegeben, sondern auch ein exklusiver Einblick gewährt werden. Bis dahin kannst du dir schon mal einen kleinen Eindruck im frisch veröffentlichten Trailer abholen. DE-Exit befindet sich derzeit noch in der Entwicklung, um irgendwann, wenn alles im Afterlife poliert wurde, auf Steam zu erscheinen. Und wer weiß, vielleicht treffen wir dann ja tatsächlich auf Mensch ärger‘ dich nicht spielende Menschen und Hunde.

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