PlayStation Now jetzt auch in Deutschland | Grenzenloser Spielgenuss im Test

PS_NowWas bei Filmen, Serien und Musik schon lange zum Standard gehört, soll nun auch die Videospielewelt bereichern. Mit PlayStation Now startet der Streaming-Dienst für die PS4 nun auch bei uns. Doch funktioniert das alles auch? 

Über 400 PS4 und PS3 Spiele unbegrenzt spielbar! Eine Bereicherung für deine Konsolen-Bibliothek. Und das für 16,99€ im Monat.

PlayStation Now, der Streamingdienst von Sony, ist seit gestern nun auch offiziell in Deutschland nutzbar. Ganz einfach sollst du aus einem riesigen Portfolio Games in Ruhe auswählen können und sofortigen Spielgenuss erlangen. Ganz ohne Disc oder vorherigem Herunterladen. Vom Server auf deinen Fernseher. Klingt nett? Was mit Netflix und Amazon Prime so wunderbar funktioniert, kann doch auch mit Videospielen funktionieren, oder nicht?

Für 16,99€ bekommst du ca. 50 PS4 Spiele. Der Rest wird durch Klassiker der PS3 aufgefüllt. Dass hier keine neusten Erscheinungen angeboten werden, dürfte klar sein. Schließlich bekommst du auf Netflix zum monatlichen Abo-Preis auch nicht den gerade erschienenen Kino-Hit frei Haus geliefert. Dennoch ist das Angebot recht nett zusammengestellt und gerade für den Start mit über 400 Spielen nicht gerade unterrepräsentiert. Von Konsolen-Exclusives wie The Last Of Us oder Uncharted 3, über ein riesiges Lego-Angebot und Blockbustern wie Red Dead Redemption und Bioshock bis hin zu Indie-Schätzen wie Back To Bed oder Broken Age ist so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei. Und selbst auf dem PC oder Laptop kannst du PlayStation Now nutzen.

Die Fragen die du dir stellen solltest? Wie viele Spiele kannst du in einem Monat wirklich spielen, dass sich der Preis lohnt? Reicht deine Internetverbindung aus? Und bist du tatsächlich zufrieden mit der gebotenen Performance?

Für diese Fragen haben wir uns beide Beta-Phasen des Dienstes angesehen und können dir einen kleinen Einblick gewähren.

Die Lagebestimmung

Hast du viele Spiele der letzten Generation verpasst? Dann ist hier tatsächlich deine Chance vieles nachzuholen. Trotzdem solltest du dir in etwa ausrechnen, wie viel Zeit du zum Spielen im Monat einplanst und das im Zusammenhang mit den Spielen, die du spielen willst stellen. Im konkreten Fall von Red Dead Redemption – ein Spiel, dass dich schon mal 50 Stunden und mehr kosten kann – lohnt eventuell auch die physikalische Version für die PS3. PS3 Spiele haben gerade kaum Marktwert und sind oft, bis auf Ausnahmen, zwischen 1,00€ – 10,00€ zu haben. Hier wärst du wahrscheinlich besser mit einem gebrauchten Kauf beraten.

Möchtest du Spiele antesten und danach entscheiden, viele „kürzere“ Titel in Angriff nehmen oder spielst einfach nur unglaublich viel? Dann ist das Abo sicher genau für dich. Jedoch stellt sich im letzteren Fall die Frage, ob du nicht eh schon alles gezockt hast, was du nur ansatzweise interessant fandest.

Die Internetverbindung

Von Sony empfohlen wird mindestens eine 5 mb/s Leitung und eine kabelgebundene Verbindung zur PlayStation oder dem PC/Laptop. Im Durchschnitt besteht bei euch wahrscheinlich eine WLAN-Verbindung. Getestet wurde in beiden Fällen mit einer 16.000er Leitung und WLAN. Wobei effektiv um die 14 mb/s erreicht werden. Die Empfehlung ist im Optimalfall vielleicht zu erfüllen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Mit unserem Setup gab es im ersten Beta-Test kaum nennenswerte Spielerlebnisse. Selbst mit einer LAN-Verbindung nicht. Das war vor ca. einem Jahr. Danach hatte Sony Zeit, weiter an ihrem Projekt rumzuschrauben. In der zweiten Testphase, die diesen Monat stattfand, konnten wir tatsächlich spielen. Ein kleines Symbol warnt dann vor dem Abreißen der Verbindung. Dieses ist mitunter immer zu sehen, wenn du mit den weit verbreiteten 16 mb/s spielst. Kommen andere Geräte in deiner Umgebung hinzu hinzu, die aktiv auf die selbe Internet-Verbindung zugreifen, kannst du deinen Spielgenuss vergessen. Dann zählen einfrierende Bilder und stockende Spielszenen zu deinen Begleitern. Unter weiteren Testern war zu lesen, dass in etwa ab einer 100.000 Leitung und LAN-Verbindung erst von einem Spielerlebnis gesprochen werden kann. Besitzt du diese Verbindung? Selbst hier, in einer Großstadt, bekommen wir in unserem Stadtteil nur die maximal mögliche 16.000er Leitung zur Verfügung gestellt. Du musst demnach eine sehr gute Verbindung besitzen oder auf den Ausbau weiterer Highspeed-Leitungen warten, um PS Now nutzen zu können.

Die Performance

Läuft es einmal, läuft es im Prinzip ganz gut. Bei ruhigeren Spielen kannst du nahezu uneingeschränkt agieren. Wird es etwas hektischer, musst du mit einer Verzögerungszeit rechnen. Das beeinträchtigt dann wiederum deine Performance im Spiel selber. Kompetetive Multiplayer, in denen jede Millisekunde zählt, kannst du schon mal aus der Bibliothek streichen. Bei schnellen Shootern wirst du deine Spielfigur öfter auf dem Boden wiedersehen, als Kekskrümel unter dem Sofa.

Generell wird PlayStation Now auf stabilen 720p gestreamt, was bei PS3 Spielen zumeist die Normalität auch auf der Disc abbildet. Bei PS4 Games sind demnach kleine Einbuße in der Auflösung hinzunehmen. Doch die sind tatsächlich gering. Der Sound wandert stabil durch deine Boxen, wirkt aber oft etwas ausgewaschen. Ob nun wirklich ein digitales 5.1 Signal ankommt, konnten wir leider nicht erfassen.

Für den Storymode und unhektische Spiele reicht es, mit ein wenig Eingewöhnung momentan allemal.

Die Abhängigkeit

Streaming hat eine große Schwachstelle. Keine Internetverbindung, kein Entertainment. Besitzt du also eine sehr instabile Internetverbindung und kennst alle Service-Menschen deines Providers mit Namen oder baggert Bodo vor deinem Haus diese immer weg, kannst du deine zusätzliche große Bibliothek direkt im Loch vorm Haus vergraben. Bei PlayStation kommt der Faktor PSN hinzu, der des Öfteren mal das komplette Sony Netzwerk lahmlegt oder so langsam erscheint, dass dieses den Namen Netzwerk nicht mehr verdient. Ein gemütlicher Abend mit den Abenteuern in Uncharted kann so zur Frustpizzabestellung und Mensch Ärger Dich Nicht mit dir als Endgegner werden. Bleibt aber rein hypothetisch. Denn Netflix bestellst du ja deswegen auch nicht ab oder hast es erst gar nicht.

Das Ende

Zur Zeit wirkt das streamen von Videospielen noch nicht so angenehm wie bei Filmen oder Serien. Je nach Anbieter brauchst du hier nicht mal eine Highspeed-Verbindung, um wundervolle Ergebnisse zu erhalten. Die Richtung ist klar vorgegeben und verabschiedet sich immer weiter von physikalischen Medien. Jedoch hinkt die Infrastruktur deutlich hinterher. Sowohl die Performance des Dienstes und des Providers, als auch der Ausbau passender Leitungen sind Voraussetzung, um große Mengen an Daten – die ein Videospiel nun einmal braucht, um stabil zu laufen – zu transportieren, um das Streaming auf Konsolen als echte Alternative darzustellen. Bis dahin scheinen Downloads und physikalische Datenträger für Menschen mit „schlechteren“ und durchschnittlichen Anschlüssen – also die große Mehrheit – the way to go.

Bist du im Besitz einer unglaublich schnellen Internetleitung mit LAN-Verbindung zur Konsole, hast Bock vieles auszuprobieren und kannst auf Multiplayer verzichten, ist PlayStation Now genau das Richtige für dich. 16,99€ im Monat für über 400 Spiele zum Start mit wechselndem Angebot scheint ein guter Deal. Wohnst du zudem oft in Hotels und möchtest Abends nicht auf deine Weltflucht verzichten, kannst du zudem das Angebot auch über den Laptop nutzen. Im Bestfall werden die Daten der zweiten Testphase und des Starts zur Verbesserung genutzt. Du bist dir immer noch nicht so sicher? PS Now kann eine Woche lang kostenlos getestet werden, bevor du ein Abo abschließt. Und das klingt dann doch eigentlich ganz gut.

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