Lumione | Auf der Suche nach dem Licht

Die vier jungen Entwickler von Glimmer Studio feiern mit dem Plattformer Lumione ein Debüt, das sich sehen lassen kann.

Bevor ich zu Welcome To Last Week gestoßen bin, war mein Gaming-Horizont stark auf Die Sims und schäbige Wimmelbildspiele begrenzt. Natürlich ist das überspitzt, fest steht aber: Ich war mir unbekannten Genres nicht sonderlich aufgeschlossen. Plattformer? Sind mir zu hektisch, zu schwierig – das schaffe ich doch sowieso nicht. Irgendwann habe ich mich dann doch mit dem Titel Ori and the Blind Forest an das herausfordernde Genre herangetraut. Die Welt des kleinen, leuchtenden Wesens war dann doch zu schön, um nicht zumindest einmal kurz reinzuschauen. Aus der kurzen Stippvisite wurde mein erster gemeisterter Plattformer, worauf ich schon ein bisschen stolz war. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass ich mir vielleicht einfach mehr zutrauen sollte. Und dass ich ziemlich schnell von einer hübschen Grafik getriggert werde. So auch, als ich die ersten Bilder zu Lumione sah: Ein Platformer von Glimmer Studio, der mich mit seinem magischen Grafikstil sofort neugierig machte.

Lumione animiert uns, aus Fehlern zu lernen

Lumione ist der erste Titel des jungen Studios, das aus nur vier Menschen besteht. Die vier Jungs eint nicht nur, dass sie ausgesprochen jung sind – im Schnitt haben sie gerade einmal 23 Jahre auf dem Tacho – sondern auch, dass sie alle gerade erst ihr Studium abgeschlossen haben. Warum so viele Menschen das Studium als „die beste Zeit ihres Lebens” bezeichnen, habe ich nie wirklich verstanden. Was ich allerdings viel besser nachvollziehen kann, ist die Assoziation zu der in Dunkelheit versunkenen Tiefsee, in der wir uns in Lumione wiederfinden. Denn Fragen wie „Was mache ich eigentlich hier? Wofür mache ich das? Und wieso gelten zwölf Klausuren im Semester nicht als Menschenrechtsverletzung?” können den Uni-Alltag schon deutlich verdüstern. Diese kleineren und größeren Hindernisse, die es im Leben zu überwinden gilt, thematisiert Lumione. Natürlich werden wir scheitern und vermutlich etliche Male sterben, aber es gibt auch Hoffnung: Wir werden an jeder Niederlage wachsen.

Als kleine Tiefsee-Fee Glimmer (ja, unser Held heißt genauso wie das Studio) setzt ihr alles daran, Licht in dieses Dunkel zu bringen. Ihr steuert Glimmer durch insgesamt 170 Level voller Gefahren. Alles für das Ziel, euren Träumen und Hoffnungen zu folgen und dabei die Dunkelheit aus den Tiefen des Meeres zu vertreiben. Das klingt ein wenig pathetisch und abgedroschen, aber das macht ja erst einmal nichts. Vor allem dann nicht, wenn ihr intensiv damit beschäftigt seid, Glimmer vorbei an gezackten Hindernissen zu dashen oder fiesen Laserstrahlen auszuweichen. Es soll zehn verschiedene Spielmechaniken geben, mit denen ihr euch durch die Level plattformen könnt, was das Zeug hält. Für mich klingt das erst einmal nach Überforderung (ich suche aber auch immer wieder aufs Neue den X-Button des Controllers). Glimmer Studio verspricht allerdings, dass das Gameplay simpel, aber herausfordernd sein soll.

Leuchtende Augen und fantastische Welten

Vermutlich hat Lumione bei mir das eine oder andere Knöpfchen gedrückt, weil es mich rein optisch an viele der Titel erinnert, die ich bereits gespielt habe: Den schimmernden Helden Glimmer assoziiere ich natürlich sofort mit dem bereits angesprochenen Waisenkind aus der Ori-Reihe, seine leuchtenden Augen wecken Erinnerungen an und Omno. Auf einigen Bildern hätte ich Glimmer sogar fast mit meinem Erzfeind Monobot verwechselt, aber das soll hier erst einmal nicht als Nachteil ausgelegt werden. Denn auch wenn nicht jedes der aufgeführten Spiele zu meinen absoluten Lieblingen gehört, teilen sie doch eine Gemeinsamkeit: Sie sind wunderschön und haben mich mit ihrer Grafik nachdrücklich beeindruckt. Ob auch Lumione das schaffen kann, bleibt abzuwarten. Falls auch ihr euch von dem kleinen Tiefsee-Helden verzaubern lassen wollt, müsst ihr gar nicht mehr lange warten: Schon ab dem 13. Oktober 2021 wird der Sidescrolling-Platformer auf Steam und der Switch erhältlich sein. 

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