Twelve Minutes | Kammerspiel à trois

Annapurna Interactive hat das Datum zu Twelve Minutes verkündet. Zeit, einen näheren Blick auf die Zeitschleife zu werfen.

Ich erinnere mich noch an den ersten Film mit einer Zeitschleife, den ich gesehen habe. Es war Und täglich grüßt das Murmeltier mit Bill Murray, der einen Büroangestellten spielt. Er muss jedes Jahr die Wettervorhersage des Murmeltiers kommentieren, eine charmante Tradition, wie man meinen möchte. Aber Phil Connors, so der Name des Protagonisten, ist keinesfalls ein begeisterter Anhänger des tierischen Hokuspokus‘. Umso schlimmer, dass er den Tag wieder und wieder erleben muss. Jeden Tag probiert er neue, immer abstruser werdende Handlungen, um der Schleife zu entkommen. Letztlich haben alle seine Handlungen keine Konsequenzen, er wacht am nächsten Morgen wieder am Tag des Murmeltiers auf. Ein Entkommen ist nur möglich, wenn er sich selbst grundlegend ändert, denn auf seine Situation hat er keinen Einfluss.

Ganz viel Power auf ganz wenig Raum

Twelve Minutes ist erstaunlicherweise vergleichbar mit diesem Filmklassiker. Denn nicht nur spielen drei Hollywoodstars mit (James McAvoy, Daisy Ridley und Willem Dafoe leihen den drei Protagonist_innen ihre Stimmen), sondern es geht natürlich auch um das Entkommen aus einer Zeitschleife. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass euch der Titel von Luis Antonio und Annapurna Interactive bisher entgangen sein sollte, beschreibe ich kurz die Ausgangssituation. Du spielst einen Mann, der abends in sein Appartement heimkehrt, auf das ich als Zuschauer_in von oben herabsehe. Dort wartet bereits seine Frau, aber bevor sie zum gemütlichen Teil des Abends übergehen können, betritt ein Dritter das Geschehen. Es ist ein Kriminalpolizist, der da in die klaustrophobische Wohnung eindringt und das Pärchen bedroht. Versuchst du, dich ihm zu widersetzen, endet das tödlich.

Und das wieder und wieder. Zwölf Minuten bleiben dir, um einen Plan auszuhecken, der nicht in deinem erneuten Tod resultiert. Dein einziger Vorteil ist, dass du dazulernst und das Wissen aus bereits erlebten Situationen mitnimmst. Schnell ist klar, der Reiz in Twelve Minutes baut auf den Nervenkitzel, denn die zahlreichen Möglichkeiten eröffnen scheinbare Auswege, die doch zunichte gemacht werden. Ich fiebere schon seit dem ersten Trailer dem Release entgegen, denn natürlich habe ich mir wie jede_r andere meine eigenen Gedanken gemacht. Ich begreife den Thriller vorrangig als Detektivspiel, wo jeder Durchlauf ein Puzzlestein für das große Ganze darstellt, das ich unbedingt verstehen möchte. Zusammen mit einer Prise Mystery, einer Portion Drama und vielen Rätseln ergibt sich eine verlockende Mischung.

Das Warten hat ein Ende, lasset den Loop beginnen!

Seit 2014 ist das Projekt nun schon in Arbeit, und was als Luis Antonios originelle Idee begann, nahm mit dem Casting der Schauspieler endgültig Form an. Zu Annapurna Interactive muss ich kaum noch etwas sagen, der Publisher hat mehr Hochkaräter auf Lager als die Queen Kronjuwelen. Viele sind bereits preisgekrönt, und auch Twelve Minutes hat einiges an Vorschusslorbeeren abgesahnt. Ob diese berechtigt sind, sehen wir noch dieses Jahr. Denn im Rahmen der E3, zu der wir hier alle Informationen sammeln, wurde nun endlich das Datum bekannt gegeben. Am 19. August 2021 ist es soweit, dann erreicht der Zeitschleifenkrimi Steam, Windows 10 Shop, Xbox Series X|S und die Xbox One. Ich dachte, ich wäre der Zeitschleifen überdrüssig – wie es scheint, braucht es nur die richtigen Rahmenbedingungen, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

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