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Haven Park | Wo sich Arbeit wie Urlaub anfühlt

Haven Park reiht sich in eine Liste von behaglichen Simulationen ein, die Realitätsgeplagte in idyllische Welten entführen.

Was haben wir alle Animal Crossing gespielt im ersten Lockdown der Corona-Pandemie (Anmerkung der Chefredakteurin: Nein, nicht alle!). Die Flucht auf das Inselleben war beinahe ein Phänomen, das auch noch ein Jahr später seine (Pfoten)Spuren hinterlässt. Ich besuche meine Insel immer noch jeden Tag und zelebriere den Eskapismus. Nintendo hat zur richtigen Zeit den richtigen Nerv getroffen, viele andere sind auf den Zug aufgesprungen und haben kleine, gemütliche Lebenssimulationen herausgebracht. Ein Mensch hat sich entschieden, seine eigene Vision eines kleinen Paradieses umzusetzen. Dieser Mensch ist Fabien Weibel, der während der Coronapandemie begonnen hat, an Haven Park zu arbeiten.

Ein neuer Name hat sich aus der Asche erhoben

Dabei bekommt er die prominente Unterstützung eines frisch aus der Taufe gehobenen Publishers. Mooneye Indies heißt das neue Label. Es stammt vom gleichnamigen Mooneye Studio, ein deutsches Indie-Studio, das 2019 mit Lost Ember debütierte. Der Fokus dieser neuen Marke wird darauf liegen, Indies mit starken Narrativen und positiver Botschaft eine Bühne zu geben (das englische Word „wholesome“ ist leider furchtbar zu übersetzen, denkt es euch dazu). Dabei wird den Entwickler_innen künstlerische Freiheit gelassen, die sich auch auf Terminvorgaben erstreckt, denn im Kern sieht der neue Publisher sich als Problemlöser und Unterstützer.

So weit so viel zu Mooneye Indies, aber zusammen mit dessen Geburt fällt auch die Ankündigung von Haven Park. Der Name verrät schon einiges über den Spielinhalt, und ihr ahnt es schon: Auch meine Einleitung wäre nicht gewesen, wenn Haven Park nicht eine friedliche, bunte und lebendige Umgebung kreieren würde, wie ich sie aus Animal Crossing kenne. Nicht umsonst bedeutet „Haven“ Zufluchtsort. In Kombination mit „Park“ verspricht der Titel die verheißungsvolle Einheit eines Refugiums mit einer offenen Welt, in der ich loslassen und mich auf eine virtuelle Reise begeben kann.

Es gilt, einen ganzen Campingwald zum Laufen zu bringen

Dem zugrunde liegt ein Park Management, aber wer jetzt an Zoo Tycoon denkt, darf entspannt ein paar Gänge herunterschalten. Statt hektischen Bauens und Abreißens erwarte ich vielmehr eine Huldigung der Natur. Flint, ein gelbes rundes Küken, wurde mit der Aufsicht über den Campingplatz seiner Großmutter betraut. Sie selbst ist zu alt geworden, um all die bewegungsintensiven Aufgaben zu verrichten. Also geht der Job, den Park für Gäste herzurichten, an meinen niedlichen Protagonisten über. Das beinhaltet die Aufgabe, kleine Hütten aufzustellen, Lagerfeuer anzuzünden und düstere Wege mit Fackeln auszuleuchten. Nebenher darf mit tierischen Campern geplaudert werden, die dem Küken in Sachen Niedlichkeit um nichts nachstehen. Natürlich haben sie alle ihre eigene Geschichte zu erzählen, und ich werde mir Zeit für jede_n Einzelne_n nehmen.

Haven Park zeigt mir eine leuchtend bunte Low-Poly Welt, die mich neidisch von meiner Switch herüberschielen lässt. Sanftes Vogelgezwitscher erfüllt die Luft, die in der Abendsonne rotorange aufleuchtet. Die Bäume in der Ferne verschwimmen im rosa Dunst, während Flint mit Zelten rangiert. Er hechtet über Pfade und Brücken oder erklimmt den Berg mithilfe einer Seilbahn. Währenddessen spielt eine fröhliche Musik, welche die Gefühle in meinem Herz umrührt. Haven Park soll schon im August 2021 auf Steam und Switch erscheinen und mich mit warmen Bildern durch den Herbst und Winter begleiten. Während draußen die Tage kürzer und die Schatten länger werden, findet ihr mich auf einem knuffigen Campingplatz irgendwo im Wald. Fabien Weibel und Mooneye Indies halten hier den nächsten Fluchtknopf aus der Realität in den Händen.

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