Gamedec | Cyberpunk Krimi in Warschau

Gamedec, Gewinner unseres „Best Story“ Awards der gamescom 2020, besitzt einen Veröffentlichungstermin und eine Demo!

Geht es nur mir so oder sind düstere Detektivgeschichten im Noir Stil gerade im Trend? Charaktere mit Ecken und Kanten, erwachsene Geschichte und eine abgehalfterte Welt bestimmen die Szenarien. Dass in diesem Umfeld exquisite Rollenspiele gedeihen können, wissen wir spätestens seit Disco Elysium. Gamedec von Anshar Studios fühlt sich im Noir Krimi zuhause, verbindet dies jedoch mit einem weiteren Ansatz, der im Moment hoch im Kurs steht: Cyberpunk. Dabei verschwimmen die Grenzen von materieller und digitaler Welt.

Digitale Detektiv_innen

Gamedecs haben die Aufgabe Verbrechen aufzuklären, die im virtuellen Raum begangen werden. Die privaten Ermittler_innen sind  aufgrund eines spezialisierten Skillsets im Cyberspace sehr gefragt. Denn im Warschau des 22. Jahrhunderts sind „real“ und „virtuell“ kein Gegensatzpaar, sondern bedingen und ergänzen einander. Nicht wenige Bewohner_innen haben ihren Lebensschwerpunkt auf Server verlagert und bauen sich dort ihr persönliches Reich. So kann es schon mal vorkommen, dass es die Gamedecs auf Bauernhöfe oder gar in Fantasy-Welten verschlägt. Aber auch im Realium, wie die „echte“ Welt genannt wird, sind die digitalen Schnüffler im Einsatz. Was beide Ebenen gemeinsam haben: Unsere Entscheidungen wirken sich irreversibel auf sie aus und formen sie nachhaltig.

Auch unsere Protagonist_innen werden nicht nur durch klassische Fertigkeitsbäume und Stufenaufstiege geformt. Die getroffenen Entschlüsse im Laufe der Ermittlungen gewähren bestimmte Effekte, die sich positiv und negativ auf die Werte des Gamedec auswirken. Prägende Charakterzüge entwickeln unsere Privatdetektiv_innen auch. Sie setzen fest, wie die illustren Charaktere von „Warsaw City“ uns wahrnehmen und auf unsere Präsenz reagieren. Der Cyberpunk Thriller serviert also aufgrund einer Fülle von Entwicklungsmöglichkeiten eine Erfahrung, die sich unserem Stil anpasst.

Einzigartige NPCs sind das Herz von Gamedec

Egal ob wir in lichtdurchfluteten Büros der Elite die Holzvertäfelungen bestaunen oder in einer Siedlung des wilden Westens den Saloon betreten, interessante Charaktere warten in der Myriade von unterschiedlichen Welten zuhauf. Jede Person ist von Hand gefertigt und weist eigene Dialogoptionen auf. Dabei legen die Entwickler_innen von Anshar Studios Wert auf Ausgeglichenheit, denn Gamedec ist ein sehr textlastiges Spiel. Nicht jeder Mensch erhält einen extrem tiefen Dialogbaum, der uns zehn Minuten lang durch Gesprächsoptionen zwingt, um nicht zu überfordern. Kleinere Rollen im Spiel werden von einigen Passant_innen übernommen, die durch glaubhafte Interaktionen überzeugen, die aber deutlich über sich wiederholende Einzeiler hinausgehen sollen.

Viele der Figuren helfen uns in unseren Ermittlungen. Hinweise und Infos über die Spielwelt werden im Kodex gespeichert. Dieser fungiert als eine Art Notizbuch, das uns einen Überblick aller Erkenntnisse liefert. Aufgrund der Komplexität der Handlung ist es ratsam, den Kodex vor wichtigen Entscheidungen zu konsultieren, die den Plot in andere Bahnen lenken könnten. So oder so gibt es keine guten oder schlechten Entscheidungen in Gamedec. Wir müssen einfach mit den Konsequenzen leben. Wie sich das anfühlt dürfen wir im kleinen Maßstab bereits in der Demo erfahren, die auf Steam am 26. März 2021 online gegangen ist. Gleichzeitig wurde der angepeilte Zeitpunkt der Veröffentlichung verkündet: Gamedec erscheint am 16. September 2021. Wenn der Cyberpunkkrimi den Auszeichnungen gerecht werden kann, die er schon im Vorfeld erhalten hat, können wir uns schon sehr auf den dystopischer Trip  freuen.

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