Empire of Ember | Eintauchen in massive Fantasy-Schlachten

Das Spielprinzip des Action-RPGs Empire of Ember verbindet kreativen Festungsbau mit destruktiven Belagerungen.

Großangelegte Gefechte haben das Potenzial uns als Spieler_innen das Gefühl zu geben, dass wir als Teil einer Konfliktpartei nur ein Rädchen im Schlachtengetriebe sind. Dieser Effekt eröffnet gleichzeitig eine andere Perspektive auf unsere Rolle im Spieleuniversum. Sind wir es doch oftmals gewohnt einsame Weltenretter_innen zu verkörpern. Dieser Ansatz lässt sich perfekt mit einem Strategie-Einschlag verbinden. So zählen Vertreter dieses Genremix aus Action-RPG und Echtzeitstrategie auch zu meinen Lieblingsspielen. Poleaxe Games um Kevin Jenkins entwicklen mit dem neuangekündigten Empire of Ember genau so ein Spiel.

Die bunte Mischung erzeugt eine abwechslungsreiche Welt in Empire of Ember

Das Fantasy-RPG Empire of Ember wirft uns mit vollem Tempo in eine verzwickte Situation. Unser Mentor, ein mächtiger Zaubermeister, der ein kleines Königreich führt, wird von einem Fremden ermordet. Die Hauptstadt wird in Trümmer gelegt. Als Nachfolger des Erzmagiers müssen wir nicht nur unsere Stadt wieder aufbauen Dungeons plündern und Kriege führen. Am Ende des Tages gilt es Gericht über Untertanen zu halten. Genug Aufgaben also, um unerfahrene Monarch_innen wie uns mit Anforderungen zu überhäufen!

Gesteuert wird die Hauptfigur und unser_e König_in in der Ego-Perspektive. Eine Auswahl an Zaubern, Nahkampf- und Fernkampfwaffen lässt sich zum bevorzugten Kampfstil kombinieren. Die Welt von Empire of Ember strotzt vor prozedural generierten Verliesen und Höhlen, die wir auf eigene Faust erkunden dürfen. Der Zweikampf mit Monstern steht dort neben Fallen und Erkundung auf der Tagesordnung. In Begegnungen auf dem offenen Feld treten wir unterdessen in Scharmützeln an der Seite eines Trupps an, den wir selbst rekrutiert haben. Mit der Größe des Schlachtfeldes und der Truppen steigt aber auch der taktische Anspruch. Denn wir agieren nicht nur als stärkste Einheit, sondern auch als Kommandant_in.

Bau eine Festung, dann zerlege sie: Content bis zum Abwinken!

Der Höhepunkt ist die Belagerung von diversen Städten und Burgen. Dabei erobern wir allerdings nicht nur willkürliche Festungen, sondern auch solche, die wir von anderen Spielern übernehmen. Umgekehrt dürfen wir als Baumeister_innen agieren und unsere Kreationen hochladen und für andere freigeben. Alle Strukturen und Gebäude sind mithilfe von Belagerungswaffen wie Katapulten zerstörbar, sodass wir uns die taktisch günstigste Stelle zum Angriff aussuchen oder einfach mit roher Gewalt eine schnurgerade Schneise durch die Verteidigungslinien sprengen können. Verstärkt wird der erzeugte Eindruck des kontrollierten Chaos durch die herumfliegenden Einzelteile von Mauern. Ragdoll Physik der getöteten Kämpfer_innen und interaktive Fallen wie explosive Fässer leisten ihren Teil im Durcheinander.

Falls sich eine halbwegs ansehnliche Spielerbasis finden lässt, dürfte allein der Multiplayerbaustein schon Anreiz genug sein, etliche Stunden zu investieren. Von Freund_innen als uneinnehmbar konzipierte Festungsanlagen beim zehnten Versuch doch noch zu schleifen stelle ich mir ungeheuer befriedigend vor. Kreative Köpfe werden bestimmt Herausforderungen konzipieren, die über die vom Developer vorgesehenen Möglichkeiten hinausgehen. Die Möglichkeit von Menschenhand erstellte Burgen zu bewerten, lässt die besten Werke herausfiltern. Bei immerwährendem Nachschub, der mich an abgefahrene User-Strecken aus Trials denken lässt, könnte sich hier fast schon ein Spiel im Spiel herauskristallisieren.

Die Qualität muss der Quantität entsprechen

Nicht unerwähnt bleiben darf die Geschichte, von der bisher kaum etwas konkretes bekannt ist. Verfasst wird sie vom ehemaligen Telltale Games Schreiberling Patrick Kevin Day (Batman: The Enemy Within). Fraglich ist für mich noch die Gewichtung der Story. Auf welche Weise diese sich in die doch recht unterschiedlichen Bausteine aus Zufallsgenerierung, kreativem Aufbaumodus mit Multiplayer-Komponente, Dungeon Crawling und Massenschlachten einfügt, bleibt abzuwarten. Mein persönliches Interesse an Empire of Ember wird stark von der Tatsache abhängen, ob es sich Großteils um eine lose, von einer Hintergrundgeschichte legitimierte, Massenschlachtsimulation mit starken Zufallselementen handelt oder ob Poleaxe Games eine in sich stimmige Welt erschaffen können.

Fest steht, dass Empire of Ember mit differenzierten Zugängen nicht geizt, sodass eine Vielzahl von Spieler_innentypen sich hier angesprochen fühlen könnten. Derzeit läuft eine Closed Alpha, die Poleaxe Games für Feintuning der zahlreichen Systeme nutzt. Im Diskussionsforum auf der Steamseite des Genremix-Rollenspiels könnt ihr euch das Ding mit ein wenig Glück genauer ansehen. Wenn ihr die Entwickler_innen dort um einen Alpha-Key bittet, müsst ihr euch mit Feedback aktiv an der Weiterentwicklung des Gameplays beteiligen. Ein Releasefenster für PC gibt es mit Spätsommer 2021 auch schon. Bis dahin werden alle Interessent_innen das Action-RPG aus erster Hand erleben dürfen.

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