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The Life and Suffering of Sir Brante | Spiel mit dem Schicksal

In The Life and Suffering of Sir Brante schmieden wir unser eigenes Schicksal in einer düsteren, mittelalterlichen Welt.

Ich habe schon als Kind Bücher geliebt, bei denen ich den Ausgang der Geschichte durch meine eigenen Entscheidungen beeinflussen konnte. Wenn du den linken Gang nimmst, gehe zu Seite 120, wählst du den rechten, gehe zu Seite 135. Auch heute noch faszinieren mich Spiele, die mir eine gewisse Entscheidungsfreiheit einräumen oder mir zumindest die Illusion der Freiheit geben. Telltales Werke, komplexe Rollenspiele mit tausenden Zeilen Dialog und Visual Novels sprechen mich daher besonders an. Nun wollen Sever Studio und der russische Publisher 101XP mit dem narrativen Rollenspiel The Life and Suffering of Sir Brante in dieselbe Kerbe schlagen und ich bin gespannt.

Göttlicher Feudalismus – The Life and Suffering of Sir Brante

Sir Brante wird in eine Welt geboren, in der er von Geburt an nicht sein eigener Herr ist. Das liegt aber nicht daran, dass seine Eltern mittellos sind und in dieser spätmittelalterlichen Welt ganz unten in der Lehenspyramide sitzen. Nein, in dieser Welt hat niemand das eigene Schicksal in der Hand. Die Zwillingsgötter spinnen die Fäden des Schicksals nach ihrem Gutdünken und weisen so jedem Menschen einen Platz in der Welt und Gesellschaft zu. Damit greifen die Entwickler_innen von Sever Studio die im europäischen Mittelalter geltende Weltanschauung auf, dass die feudale Ordnung gottgegeben war. Wir als Spieler_innen schlüpfen aber nun in Sir Brante und versuchen mit allen Mitteln unser eigenes Schicksal zu bestimmen. Wie dieser seine Kindheit und Ausbildung verbringt, welchen Lebenswandel er führt und welchen Beruf er übernimmt, all das und mehr liegt in diesem Rollenspiel in unserer Hand.

Dabei werden wir es in diesem starren System der göttlichen Vorbestimmung nicht leicht haben. Wie wir schlussendlich vorgehen und welche Ziele wir vor Augen haben, das müssen wir selbst entscheiden. Versuchen wir die Gesellschaft vorsichtig als Richter zu reformieren? Oder versuchen wir das System mit einer Revolution gewaltsam zu stürzen? Vielleicht schaffen wir es sogar die Götter selbst umzustimmen! Oder aber wir werden Teil des Establishments. Dabei müssen wir unsere Attribute wie in einem Rollenspiel verbessern, denn von ihnen hängen unsere Möglichkeiten ab. Sir Brantes Sicht auf die Welt, Beziehungen zu anderen Personen und mehr verändern sich dynamisch aufgrund der getroffenen Entscheidungen.

Tagebuch des Sir Brante

Die Geschichte wird uns anhand des Tagebuchs des Protagonisten nahegebracht. Dieses ist mit schicken und stimmungsvollen schwarz-weißen Illustrationen bestückt. Aufgrund der vielen möglichen Wege, die wir einschlagen können, dürfen wir in The Life and Suffering of Sir Brante mit großem Leseaufwand und gutem Wiederspielwert rechnen. Auch sterben kann Sir Brante dabei, ein Widererweckungssystem lässt uns aber neu starten und unsere Entscheidungen neu evaluieren.

Uns erwartet ein düsteres Epos, in dem wir die Möglichkeit haben werden, ein ganzes Reich neu zu gestalten, wenn wir unsere Karten richtig ausspielen. Ich persönlich freue mich jetzt schon darauf, auf viele verschiedene Weisen zu sterben und schließlich doch noch die Zwillingsgötter zu konfrontieren. Dieses Narrative RPG scheint komplex genug um viele Stunden zu unterhalten. Die Welt, die der Developer Sever erschafft, wirkt immersiv und dunkel, genau wie ich es mag.
Zum Zeitpunkt des Release hat sich der Publisher 101XP noch nicht geäußert. The Life and Suffering of Sir Brante von erscheint auf Steam.

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