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Move Or Die Review | BEWEGUNG! BEWEGUNG! BEWEGUNG!

Vier Spieler_innen gegeneinander. Permanent unter Strom. 20 Sekunden pro Minispielrunde. Und unzählige Regeln! Klingt nach Spaß, oder?

In Move Or Die geht es ums Gewinnen. Und um Spaß. Und darum, dass keiner weiß, was eigentlich Sache ist. Das Minispiel-Partygame für bis zu vier Verrückte, welches im 20-Sekunden-Takt seine Regeln ändert, macht Laune. Warum? Lest weiter.

Those Awesome Guys ist ein Publishing Kollektiv, welches aus Spieleliebhaber_innen aus der ganzen Welt besteht. Das Team wurde vom Rumänen Nicolae Berbece gegründet, sitzt in Rumänien, Belgien, Brasilien und Bulgarien und fungiert als Entwickler sowie Publisher. Das gibt dem Webauftritt neben dem sympathischen Huhn als Logo-Maskottchen einen sehr ansprechenden Grundton, welcher vom Company-Slogan „We try to be the developers we would support as gamers“ unterstützt wird. Move Or Die ist dabei Those Awesome Guys‘ erstes Spiel nach einigen unfertigen Projekten oder alten Flashspielen. 2016 auf Steam veröffentlicht, kam es im März 2019 auch auf Sonys Playstation 4. Aber was ist Move Or Die eigentlich?

Destroy some friendships

Party! Ja! Pizza, Chips, Bier und Cola. Yeah! Wir sind zu viert und spielen Move Or Die! Gute Idee. Das Spiel ist schnelllebig, kann mit seiner simplen Steuerung leicht verstanden werden und verbreitet durch seinen chaotischen Aufbau – alle 20 Sekunden werden die Spielregeln verändert – gleichermaßen Spaß und Verwirrung. Denn die Prämisse der einzelnen Runden muss erst mal verstanden und umgesetzt werden. Moment: alle zwanzig Sekunden ändern sich die Regeln? Wie geht das denn? Vier Spieler befinden sich auf einem Bildschirm und dürfen nicht aufhören sich zu bewegen. Wer stehen bleibt verliert Energie und stirbt irgendwann. Nach 20 Sekunden ist die Runde vorbei. Nach kurzer Punktevergabe beginnt eine neue Runde. Jede Runde hat also einen individuellen Satz Regeln, wodurch das Spiel seine Abwechslung beibehält. Aber von vorn.

Zu Anfang wird ein Spielercharakter ausgewählt. Die schiere Menge an Auswahlmöglichkeiten im selben bunten Graffiti-artigen Comic-Grafikstil ermöglicht schnellen Wiedererkennungswert sowie persönliche Vorlieben. Ich spiele mit der Kaffeetasse oder mit Birdperson aus Rick and Morty. Ja, es gibt Rick and Morty-Charaktere. Auch das Discord-Logo gibt’s als spielbare Figur sowie unzählige andere, einen Cupcake, ein Einhorn und ein Toastbrot. Soweit so bekloppt. Aber bekloppt passt gut ins Schema. Weiter geht’s mit den groben Ersteinstellungen wie Dauer der Spielrunde und Anzahl der Spieler. Danach allerdings wird es spannend. Es geht um die Auswahl der Minispiele. Wer das Spiel zum ersten Mal spielt weiß natürlich gar nicht Bescheid. Ein Tutorial ist nicht vorhanden. Macht nichts. Wenn kein Spieltyp ausgewählt wird entscheidet das Spiel sich zufällig für die unterschiedlichen Modi. Und schon fängt das Chaos an.

„Bodenlos: Der Boden verschwindet – überlebe, solange du kannst. Wer als letzter übrig bleibt, gewinnt. Runterfallen tötet dich“. Diese Nachricht wird ca. drei Sekunden angezeigt und dann startet die Action. Wie kopflose Hühner laufen und springen alle Beteiligten durch den Levelscreen und versuchen nicht auf dem Boden zu landen. Oftmals passiert das aufgrund von fehlender Übersicht oder Unwissenheit ob gescheiter Taktik schneller als erwünscht. Die Runde ist nach ein paar Sekunden vorüber. Zack, Punktevergabe, nächste Runde!

„Schnelllauf: Sei schneller als deine Gegner und erreiche das Ziel als Erster, ohne zu explodieren“ – erklärt sich von selbst. Wettrennen. Mit Trampolinen, Hindernissen und Explosionssteinen. Wow. „Hilfe! Was? Warum bin ich denn schon tot?“, ist ein Satz, der häufig beim Spielen fällt.

 

Um dem ganzen Wirrwarr noch eine Schippe mehr Wahnsinn draufzupacken kann zwischen den Runden eingestellt werden, dass sogenannte Mutatoren ausgewählt werden dürfen. Das sind ebenso wie die Spielmodi zufällig ausgewählte Extraregeln. Drei Stück werden zur Auswahl gestellt und ein beliebiger Spieler oder eine beliebige Spielerin darf sich eine aussuchen. Wie „Doppelsprung“, „Teleporter“ (teleportiere dich in der Luft nach vorn) oder „Fly Or Die“ (hier regeneriert sich die Energie, die sich durchs Stehenbleiben verringert, im umgekehrten Fall nur in der Luft, also durch Springen). Komplizierter ging es nicht, Those Awesome Guys? Doch, aber Move Or Die lebt vom Irrsinn und Chaos. Und nach ein paar Runden stecken die Basisspielmodi drin und der Spaß nimmt zu.

“Easy to pick up but hard to put down”

Optisch ist das Spiel mit seiner bunten 90er-Grafik ansprechend aber zum Glück nicht überladen, da die Hintergründe aus grauen Fabriksettings bestehen. Das ist gut so, da es auch Farbkomponenten in den Regeln gibt. So muss im Minispiel „Farbrausch“, durch Laufen, jeder berührte Stein mit der eigenen Farbe eingefärbt werden. Am Ende gewinnt, wer am meisten Steine markiert hat. Durch Drüberlaufen kann aber natürlich eine schon eingefärbte Sektion des Levels für sich selbst eingenommen werden. Somit ist die Kombination aus grauer Hintergrund und bunten Figuren die bestmögliche, ohne in möglichen visuellen LSD-Trips auszuarten. Die Soundeffekte sind bestenfalls durchschnittlich. Auch die Musik von Jacob Lincke ist austauschbar und verfolgt keinen erkennbaren, auf das Spiel ausgerichteten, Stil. Hier hätte mit eigensinnigen und kreativen Audiosignalen viel mehr aus dem Irrenhaus gemacht werden können. In Katamari, Project Rub oder Wario Ware funktioniert das ja auch mit den vollkommen blödsinnigen Geräuschen und lustigen Vocalsamples, die dadurch dem Spiel eine wahnwitzige auditive Identität verpassen. Hier haben Die geilen Leute aus aller Welt etwas Potential verschenkt. Schade!
Vielleicht ist das aber auch gar nicht so schlimm, da ohnehin schon genug Aufmerksamkeit für das blitzschnelle Gameplay drauf geht. Dies kann zu Anfang rasch verstören oder, insbesondere aufgrund der großen Menge an Minispieltypen, abschrecken. Aber nach einigen Runden hat sich das Tempo des Spiels einigermaßen in der Runde breit gemacht. Für ein paar Stunden anschreien, Konkurrenzkämpfe und irrwitzigen Spaß ist das also allemal gut. Zudem können neue Farben, Charaktere und Effekte für die Spielfiguren sowie Spielmodi und Mutatoren mit In-Game-Währung freigekauft werden, welche durch die Teilnahme an täglichen Online-Challenges verdient werden kann.

Move Or Die ist für kurzen Spielspaß mit ein paar Freunden und Freundinnen eine gute Sache und wird sich auf meinem nächsten Partyabend neben Push Me, Pull You, Broforce und Nidhogg sicherlich mal auf der PS4-Partyplaylist wiederfinden. Alleine oder zu zweit ist das Spiel allerdings eher langweilig.

6/10 <3

Developer/Publisher: Those Awesome Guys
Team: Nicoae (Xelu) Berbece, Alexey Volynskov, Joshua Wood, Maarten De Meyer
Veröffentlichnung: 21. Januar 2016 (Steam), 5. März 2019 (PS4)

Autor: Dennis Strillinger

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