Star Wars Episode I: The Phantom Menace | Film-Kritik | Der Star Wars Kalender

Star_Wars_EPI24 Tage bis Star Wars! Um die Zeit bis zu The Last Jedi etwas schneller zu vertrödeln, befassen wir uns doch einfach mit dem was schon da ist. Bis zum 14.12. basteln wir fleißig an unserem „Star Wars Kalender“. Möge die Macht mit dir sein!

1999: 16 Jahre nach der historischen Sternen-Saga kam endlich wieder ein Star Wars Film ins Kino. The Phantom Menace (Die dunkle Bedrohung) erzählt den Anfang vom Untergang der Republik und führt nebenbei einen nicht ganz unbedeutenden Charakter ein. Nein, die Rede ist nicht von Jar Jar Binks.

„Every generation has a legend“

Die Handelsföderation blockiert Naboo, um gegen erhöhte Zölle zu protestieren. Jedoch können entsendete Jedi dieses Dilemma nicht lösen, weswegen sich die Lage zuspitzt und erste militärische Konflikte auslöst. Durch einen dummen „Zufall“ (Raumschiff kaputt) stranden die Jedi mit der Königin Amidala und ihrem Gefolge bei der Flucht von Naboo auf dem Planeten Tatooin. Hier führt sie ein weiterer „Zufall“ zum jungen Anakin Skywalker, der der fremden Gruppe seine uneingeschränkte Hilfe anbietet, damit diese ihre Reise fortführen kann, um den Konflikt dem galaktischen Senat persönlich darzulegen.

Wie du jetzt sicher bemerkt hast, kümmern wir uns Universum-Chronogisch um die Star Wars-Reihe. Die Prequels, bei denen Goerge Lucas das Drehbuch verfasst und zugleich Regie geführt hat, bekommen auch nach knapp 20 Jahren noch immer viel Kloppe ab. Für manch einen zählen sie nicht einmal zum Star Wars Universum. Doch warum ist das so?

„Every Journey has a first step“

The Phantom Menace bestreitet einen anderen Weg, als die Original-Trilogie. In Episode 1 gilt der Fokus klar der Politik, weshalb Abenteuer und Helden-Reise ein wenig in den Hintergrund geraten. Das ist aber nicht unbedingt schlecht. Ein neuer Blickwinkel auf ein Universum kann spannend sein. Gerade im Zusammenhang mit dem Galaktischen Imperium. Wie konnte es zu einem solch unterdrückerischen System kommen? Doch hier wirkt das alles ein wenig zu steif.

Zudem nutzt Lucas die damals neue, fortgeschrittene CGI-Technik, die im heutigen Rückblick jedoch nicht mehr wirklich imposant erscheint. Oft wirken Figuren zu künstlich oder Szenen viel zu überladen, was den Kontrast arg strapaziert. Etwas weniger hätte dem Mythos der alten Handwerk-Tradition und Kostümarbeit sicher gut getan. Jedoch ist das CGI-Geballer im Hinblick auf die filmhistorische Einordnung absolut vertretbar. Es ging nicht besser, war aber genau so möglich und sieht nicht komplett bescheuert aus. Es war Hip! Ein Vorteil generiert sich hier aber durch die vielfältig erscheinenden Planeten und Szenerien. Nie hast du von deinem Lieblingsuniversum mehr sehen können. Detaillierte Planeten-Strukturen und Architekturen waren bis hier hin nahezu unbekannt im Star Wars Universum. Oft war nur Platz für ein wenig Wald oder Wüste. Jetzt hast du einen tieferen Einblick in die unterschiedlichen geografischen Beschaffenheiten. Die Atmosphäre wird dichter, das Universum nachvollziehbarer.

„Fear leads to anger, anger leads to hate, hate leads to suffering!“

The Phantom Menace führt ebenfalls den Jedi-Orden ein und zeigt dir ihre mitunter komplexen Aufgaben als Vermittler, Diplomaten, Personen-Schützer und Hüter des Friedens. Mit Obi-Wan Kenobi und Qui-Gon Jinn lernst du einen alten, oder in diesem Fall jungen Bekannten und einen weisen, ruhigen Vertreter dieser kennen. Gerade Ewan McGregor als Obi-Wan schafft es, trotz der völlig holprig geschriebenen Dialoge, hier noch ein wenig zu glänzen. Und genau das ist das ärgste Problem dieses Films. Unterhaltungen wirken unecht und gewollt aufgeblasen. Als müsste jedes einzelne Wort bedeutungsschwer dem Munde entgleiten oder wahlweise alles ins kleinste Detail erklären. Das reißt dich immer wieder aus deiner Aufmerksamkeit, gerade beim Zusammenspiel der Dialoge mit der oft emotionslosen Inszenierung. Goerge Lucas hätte im besten Fall mal jemanden über das Drehbuch oder die Schulter schauen lassen sollen, damit Intentionen eventuell besser umgesetzt würden. Da können Schauspieler, wie der sehr junge Jake Lloyd einfach nicht überzeugen und dennoch bekommen sie den ganzen Watschen ab.

„Every Saga has a Beginning“

Insgesamt ist Star Wars The Phantom Menace ein zu gut gemeinter Film, der gerne mehr Aussagen würde, als er kann. Zurück bleibt eine nette Einführung in die politische Krise der galaktischen Republik. Ein Film mit gut inszenierten Action-Szenen, astronomisch gutem Sounddesign, spitzen Musik und neuem Blickwinkel auf ein alt eingesessenes Universum. Die Storyline ist ein wenig dünn und verheddert sich immer wieder in politischen Zwists, denen du nur unter leicht erhöhter Anstrengung folgen kannst. Schauspieler_innen bleiben, bis auf wenige Ausnahmen, zumeist blass. Im Rückblick ergibt manch ein Gesichtsausdruck oder skurrile Mimik aber durchaus Sinn. Episode 1 ist am Ende aber immer dann am schönsten, wenn tatsächlich niemand ein Wort sagt und du die Bilder im Zusammenspiel mit der Soundlandschaft genießen kannst. Ein gewisses Fable für Polit-Talk sollte vielleicht in dir wohnen, um jede Szene fasziniert zu verfolgen. Wobei es da beim Phönix-Bundestag Livestream doch ein weeeenig echter klingt.

Der erste „Neuzeit Star Wars-Film“ ist nicht schlecht und auch nicht gut. Er ist ein netter Zeitvertreib mit tollen Details, wie dem Pod-Rennen. Er versucht sich mit aller Macht bedeutungsschwer aufzublasen. Dadurch wirkt er zäh und schwer verdaulich, hat dies aber gar nicht nötig. Lediglich die Lockerheit fehlt. Dann würde es auch mit dem Polit-Sprech klappen. Verzeihst du ihm diese „kleinen“ Fehler, kannst du auch mit ihm einen netten Abend verbringen und die guten Seiten genießen. Yoda danken wird es dir!

6/10 ❤

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