Kurz-Kritik-Oktober | #5 It (Es, 2017) | Film-Kritik

ITClowns sind ohne jedes Hinzufügen von Atmosphäre schon gruselig genug. Egal ob Pennywise, Randsome The Clown oder Clowns-Zahnarzt. Was Bill Skarsgard hier aber veranstaltet ist jenseits von Erschreckend, im positiven Sinne. 

Dabei reichen ihm sogar 1/3 des Films aus, denn der Rest ist ein wunderbarer Coming-of-Age Film über Freundschaft, das Erwachsen werden und deine tiefsten Ängste. Aber zurück zum Anfang:

In einer kleinen Stadt in Maine verschwindet der kleine Goergie spurlos. Doch dieser traf auf den netten Clown aus der Kanalisation, Pennywise, der Georgies Papierboot eingefangen hat. Kurz nach dem „anfreunden“ ist sein Arm weg und wenig später der ganze Goergie. So verschwinden über ein halbes Jahr hinweg weitere Kinder, während die Polizei völlig ratlos erscheint. Goergies großer Bruder Bill will weiter nach Goergie suchen und bindet immer mehr seine Freunde, den „Losers Club“ – ein Haufen jugendlicher Mobbing-Opfer – mit ein. Später tritt diesem auch Beverly bei, die ebenfalls in der Schule nicht akzeptiert wird und mit sexuellen Übergriffen ihres Vaters zu kämpfen hat. Immer öfter erscheinen auch den Freunden seltsam mysteriöse „Dinge“, die immer ihre tiefsten Ängste betreffen. Sie beschließen der Sache auf den Grund zu gehen.

In Andrés Muschiettis 2017er „Es“ wabert eine Atmosphäre vor sich hin, die du auch schon von Stranger Things oder The Goonies kennst. Größtes Zugpferd ist hier der großartige Cast, der eine hervorragende Geschichte um Freundschaft zusammenspielt. Doch immer wieder haben sich die Protagonist_innen ihren größten Ängsten zu stellen, die bei Beachtung und Fokussierung immer schlimmer werden. Durch das einzigartige Gemisch aus ruhiger Erzählung und bedrohlicher Atmosphäre entstehen Bilder und Szenen, die dich keine Sekunde verlieren und am Plot kleben lassen. Die Freundschaft zerbricht und wächst mit jedem Pennywise aufeinandertreffen, bei dem der skurril agierende Bill Skarsgard erschreckend überzeugt. Dabei sind es nicht mal die manchmal nervenden Jumpscares aus der Klischee-Horrorkiste, sondern die allgemein bedrohliche Atmosphäre, die Spannung, die sich zwischen dir und den Kindern aufbaut, das hautnahe Erlebnis und die wundervollen Bilder mit der stimmigen musikalischen Untermalung, die dir den Atem stocken lassen.

Ein starkes emotionales Band, das zum Teil wundervoll mit deinen Ängsten spielt, aber auch humorvoll kann. Ein intensives Erlebnis, das den Horror, das personifizierte Böse, als Element und Teil der Geschichte versteht und nicht als alleinigen Zweck.

9/10 ❤



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