Kalkavé → First Five Songs | Kassetten-Kritik

KalkavéEine Kassette, die eigentlich schon etwas länger zu haben ist und dessen Hälfte der Auflage bereits vergriffen ist? Das passt wunderbar hier her. Limitierungen schaffen kommt immer gut. 75 Tapes gab es mal. Wenn die folgenden Zeilen ca. 37 Menschen von euch neugierig machen, könnte es knapp werden. 

Doch ist hier nicht nur die Auflage begrenzt. Ein ganzer Malkasten voller Besonderheiten ist bereit entdeckt zu werden. Tapes wurden besprüht, die Cover in liebevoller Klein- und/oder Heimarbeit besiebdruckt und zusammengeklebt. Da dem Schuber der Platz fehlt, wurde außen – mittels überdimensionaler Büroklammer – ein zusammengefalteter Zettel angefügt. Diesen kannst du, ähnlich einer Straßenkarte, auseinander falten und in seinen Maßen um einiges vergrößern. So eröffnet sich dir der Blick auf ein Poster, welches einen unkenntlich gemachten, rauchenden Menschen in einer Werkstatt? zeigt. Drehst du diesen um – nein nicht den Menschen, den Zettel – kannst du tiefer in das Konstrukt der textlichen Ebene eintauchen. Immer wieder triffst du auf Balken, die alles zensieren wollen. Doch scheinbar unkenntlich gemachte Textbausteine entpuppen sich nicht als solche. Oder doch?

Etwas mysteriöses, verschlossenes oder unbestimmtes schwimmt im Design mit, findet sich aber zum Teil auch in der Musik wieder. „and now it’s time to cross them out!“ Wie gerne würdest du all diese ekeligen Szenen des Alltags aus deinem Kopf streichen. Einfach einen fetten Strich drüber und gut ist. Doch scheinen diese Striche sehr leicht wieder runtergespült zu werden. Wegsehen ist nicht, du musst dich da durchkämpfen. Und dann schleichen sich Melodien in deinen Kopf, die dir sagen: Komm, ich weiß dass es scheiße ist, aber wir schlängeln uns da jetzt gemeinsam durch. Elegant und wunderschön, doch irgendwie schwermütig versuchen wir es gemeinsam hier raus. Von 3 geht es auf 2, dann auf 1. Doch plötzlich bekommst du einen Schub, sammelst all deinen Hass, schreist ihn raus, landest bei 4, bei 5. Es geht aufwärts. Ein Hauch von Hoffnung steigt in dir auf.

Diese Melodien scheinen einfach, sind es aber nicht. Gerade wollen sie in deinem Kopf hängenbleiben, da schlagen sie wieder einen Haken und eilen davon, bevor sie dich in ein Getümmel aus Chaos entführen. Emotional, aufwühlend, wütend, immer wieder – dem punkigen Ursprung sei dank – kraftvoll lospolternd und vollkommen screamoesk. Kalkavé überreichen dir ein Paket aus Schnörkeln, Schleifchen, Schmutz und Dreck in einer schönen Verpackung aus welliger aufgeweichter Pappe mit Stacheldrahtverzierung.

Recorded & Mixed → Matze (Wuppertal)
Mastered → Kowa (Köln)
Siebdruck → Isa Schürholz
Design → Marcin Krawczyk
Limitierte Auflage → 75 Stück
Kalkavé anhören/Musik kaufen , bei facebook ein like hinterlassen oder Zuhause besuchen.

Tracklist:
01. #3
02. #2
03. #1
04. #4
05. #5

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