Thirsty Suitors | Kämpfen, Kochen und ein bisschen Skateboarden

Im Action-Abenteuer Thirsty Suitors von Outerloop Games und Annapurna Interactive begeben wir uns auf eine schräge Reise zu uns selbst.

Weihnachten ist die Zeit des nach Hause kommens. Viele Menschen, die mit der Volljährigkeit gar nicht schnell genug aus dem Elternhaus wegkommen konnten, zieht es gerade an diesen Tagen in ihre alte Heimat zurück. Nicht selten kann diese Rückkehr wohl mit dem Wort cringe zusammengefasst werden. Nicht nur, dass Mama uns immer noch in die Wange kneift. Oma scheint auch in der Vergangenheit zu leben und von den unangenehmen Kommentaren des Onkels wollen wir gar nicht erst reden. Und dann wären da noch alte Freund_innen, Bekannte und – am allerschlimmsten – Liebschaften, die wir jahrelang erfolgreich verdrängt hatten und die uns jetzt wieder über den Weg laufen. Kurz: Die Vergangenheit holt uns ein, lässt uns an uns selbst zweifeln. Und das ist einfach unfassbar nervig und anstrengend.

Thirsty Suitors? Mama regelt das

Alles, was ich gerade beschrieben habe, kenne ich eigentlich nur aus Filmen, Serien und Erzählungen. Da ich im Ruhrgebiet geboren bin, hier wohne und aller Voraussicht nach auch hier sterben werde, kenne ich dieses Gefühl des Zurückkehrens nicht. Meine Eltern stellen mir keine bohrenden Fragen, weil ich das ganze Jahr über greifbar bin. Umso spannender ist es für mich, in diese Welt einzutauchen. Jala, die Protagonistin des Action-Adventures Thirsty Suitors, kehrt ebenfalls zu ihrer Familie zurück. Allerdings nicht zu Weihnachten, sondern zur Hochzeit ihrer Schwester. Bis die stattfindet, muss Jala allerdings noch einiges in ihrem eigenen Leben geraderücken. Sie wird konfrontiert mit Exfreunden, die ihr nicht gerade wohlgesonnen sind, in die Brüche gegangenen Freundschaften und nicht zuletzt mit ihren Eltern. Jala, die aus einer Familie mit Migrationshintergrund stammt, hat alle Mühe, den Ansprüchen ihrer Familie gerecht zu werden. Und dann wäre da noch ihre Oma, Jalas persönlicher Endboss.

Wo wir im normalen Leben vielleicht endlose, ermüdende Diskussionen mit den oben genannten Parteien führen würden, geben uns die Entwickler_innen von Outerloop Games sehr viel spaßigere Methoden der Problembewältigung an die Hand. Mit den Exfreunden gibt es keine unangenehme Aussprache, sondern einen waschechten, rundenbasierten Kampf. Sie bewerfen uns mit Autos, wir rufen unsere Mutter zur Hilfe, die den Verflossenen eins mit ihrem Schlappen überzieht. Genial. Das alles geschieht natürlich nicht, bevor der crazy Ex-Boyfriend sich die Klamotten von seinem durchtrainierten Oberkörper gerissen hat. Klingt seltsam? Ja, wird aber noch besser. Denn Zuhause geht uns Mama auf die Nerven, die wir mit unseren Kochkünsten zu besänftigen versuchen. Zum Action-RPG gesellt sich also noch ein Kochspiel dazu. Alles klar, nehm ich.

„Battle Your Exes, Disappoint Your Parents, Find Yourself”

Wem das noch nicht genug Abwechslung ist, kann sich darüber freuen, dass zwischendurch auch noch Skateboard gefahren wird. Wir können lässig und entspannt durch die Heimatstadt rollen, gewagt an Wänden hochfahren oder über Geländer grinden. Diese absurde Kombination aus verschiedenen Genres wird durch die humorvollen Dialoge und das schrille Art Design zusätzlich unterstrichen. Und da das alles ziemlich überspitzt und abgefahren wirkt, bin ich gespannt, ob und wie das eigentlich ernste Thema der Vergangenheitsbewältigung dort Platz finden wird.

Neben der ganzen Action wird uns ein storybasiertes Abenteuer versprochen, das unterrepräsentierten Themen und Kulturen eine Bühne bieten soll. Ich war jedenfalls spätestens beim Stichwort Kochen überzeugt, sodass Thirsty Suitors bereits einen Platz auf meiner Steam-Wunschliste eingenommen hat. Das würde ich euch auch empfehlen, wenn ihr zum Start des Action-Adventures informiert werden wollt. Bis auf ein „Coming Soon” haben Outerloop Games und Annapurna Interactive nämlich noch keine Infos zum Erscheinungsdatum bekanntgegeben.

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