In Sound Mind | Wer therapiert den Therapeuten?

We Create Stuff und Modus Games haben ein Veröffentlichungsdatum zu ihrem Psycho-Horror In Sound Mind bekanntgegeben.

Musikalisch bewege ich mich irgendwo zwischen Rock, Alternative und Pop. Ab und zu schleichen sich auch Metal und Rap ein. Glaube ich Spotify, ist mein meistgehörtes Genre Modern Rock, dicht gefolgt von Pop, Modern Alternative Rock, Rock und Alternative Metal. Ja ne, is klar. Aber Spotify versucht ja auch nur meinen Musikgeschmack in eine Schublade zu pressen, um mir maßgeschneiderte Empfehlungen zu servieren. Wenig überraschend, dass das genauso oft klappt, wie es völlig danebengeht. Was ich gerne höre lässt sich eher mittels eines Vergleichs beschreiben als mit drögen Kategorien. Keine Sorge, es hat einen triftigen Grund, dass ich euch gerade mit meinem Musikgeschmack langweile. Ich habe einen neuen Artist namens The Living Tombstone entdeckt, und der arbeitet mit We Create Stuff in deren Spiel zusammen.

Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte

We Create Stuff haben als Developer nicht nur einen wirklich treffenden Namen, sondern arbeiten nach einigen erfolgreichen Mods schon länger an ihrem eigenen Spiel. In Sound Mind ist ein First-Person-Horror, der sich vor allem in der eigenen Vorstellung abspielt. Zur Feier der Preisgabe des Release-Datums haben die Developer nun einen animierten Trailer auf die Welt losgelassen, der mit dem Look des finalen Spiels nicht allzu viel zu tun hat. Statt dichter Horror-Atmosphäre gibt es bunt leuchtende Monster und eine weiße Katze, die in albtraumhaften Close-Ups immer größer werden, bis sie zu einer neuen Umgebung verlaufen. Ich gebe zu, wäre das ein Film, würde ich ihn mir anschauen. Ich beobachte Psychiater Desmond Wales dabei, wie er angesichts dieser Visionen langsam verzweifelt. Im Gegensatz zum Spiel zeigt mir der Trailer den Protagonisten aus der Beobachterperspektive.

Was auch immer ihm passiert, es besteht aus einer wirren Abfolge von Türen und gestaltwandelnden Kreaturen, die ihm an den Kragen wollen. Der bedauernswerte Psychiater rutscht immer tiefer in seine abtraumhafte Imagination, die auch eine Frau mit einer weißen Puppenmaske involviert. In der animierten Form wirkt das alles gar nicht so unheimlich, aber In Sound Mind legt sehr viel Wert darauf, sehr gruselig zu sein. Tatsächlich wird unser Psychologe von tief vergrabenen Erinnerungen heimgesucht, die er zu bekämpfen versucht. Im Trailer zerschmilzt seine Waffe allerdings zu radioaktiven Brei, also wie auch immer er die Bosskämpfe bestreitet, es wird wohl eher auf hirnzermarternde Puzzles hinauslaufen. Ich muss wohl nicht betonen, dass er seine Traumata kaum erschießen kann. Und immer wieder im Fokus: Die maskierte Frau, die eine zentrale Rolle zu spielen scheint.

In Sound Mind bringt schon bald eure Zähne zum Klappern

Eigentlich würde ich da dankend abwinken. Horror aus der Egoperspektive mit meinen innersten Ängsten, die mich in monströser Form heimsuchen? Thanks, I hate it. Da kann der animierte Trailer noch so mitreißend sein, der übrigens in Kooperation mit dem YouTube-Kanal Mashed entstanden ist. Aber genau hier kommt The Living Tombstone ins Spiel, und zwar wortwörtlich. Künstler_in Yoav Landau hat nicht nur den Titelsong „Here Comes A Savior“ geliefert, sondern steuert auch Songs zum Soundtrack bei. Und wie eben erwähnt, trifft das Projekt meinen Musikgeschmack ziemlich gut. In Sound Mind wird am 28. September 2021 für Steam, PS5 und Xbox Series X|S erscheinen – eine Switch-Version ist in Planung. Auf Steam könnt ihr in die Demo reinschnuppern, falls ihr euch traut. Ach, fast vergessen: Ja. Ihr könnt die Katze streicheln. Auf eigene Gefahr!

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